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EADS

Bundesregierung erwirbt 7,5 Prozent der Anteile - Aber erst nach Mitte 2012

Die Bundesregierung erwirbt 7,5 Prozent der Airbus-Mutter EADS über die Frankfurter Staatsbank KfW. Das teilten Kreise des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch in Berlin mit. Die Übernahme werde nicht vor dem 30. Juni 2012 erfolgen, weil zuvor das Übernahmerecht in den Niederlanden geändert werden muss. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hat seinen offiziellen Sitz in Amsterdam. Er will am (morgigen) Donnerstag seine Neunmonatszahlen bekanntgeben.

Thomas Rietig

Bei der Tranche handelt es sich um die Hälfte der Anteile, die Daimler noch an EADS hält. Der Stuttgarter Konzern besaß ursprünglich 22,5 Prozent der Anteile, versucht aber schon seit geraumer Zeit, sich davon zu trennen, weil er sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren will. Der augenblickliche Marktwert der 7,5 Prozent wurde auf "1,2 bis 1,3 Milliarden Euro" beziffert.

Hochkomplexe politische Implikationen

Interessenten dafür finden sich wegen hochkomplexer politischer Implikationen nur schwer, obwohl etwa Airbus als florierendes Unternehmen gilt. So hat Frankreich, das möglichst zu gleichen Teilen wie Deutschland am Konzern beteiligt sein soll, ein Vorkaufsrecht, und auch die Bundesregierung kann bestimmen, wer Aktien kaufen darf und wer nicht.

Eine erste Tranche wurde vor einigen Jahren bei einem Konsortium aus Staats-, Landes- und Privatbanken namens Dedalus bis 2013 "geparkt". Daimler behielt aber die Unternehmensführerschaft. So soll es nach Angaben der Ministeriumskreise auch über 2013 hinaus bleiben, wenn sich die Stuttgarter von der zweiten Tranche trennen.

Das niederländische Übergaberecht sieht demnach einen Zwang vor, bei Übernahme der 7,5 Prozent auch den gleich hohen Anteil, der vorerst bei Daimler verbleiben soll, zu übernehmen. Die Bundesregierung habe sich erfolgreich um eine Änderung dieses Rechts bemüht, die aber nicht vor dem 30. Juni nächsten Jahres in Kraft treten könne. Deshalb könne auch die Transaktion nicht vorher über die Bühne gehen.

Die Ministeriumskreise legten Wert darauf, dass die Devise der schwarz-gelben Koalition "Privat geht vor Staat" trotz dieses Erwerbs weiter gelte. Ideal wäre eine privatwirtschaftliche Lösung, hieß es, diese sei aber kurzfristig schwierig zu realisieren. Es gehe nicht "um einen dauerhaften Verbleib" der Anteile in Staatshand. Daimler habe zugesagt, den bei ihm verbleibenden 7,5-prozentigen Anteil über 2013 hinaus zu halten und die unternehmerische Führung weiter auszuüben.

(dapd )


 


 

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