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Kommentar zur Opel-Rettung

Bundesregierung vorgeführt

Sie machten wirklich keine gute Figur, die deutschen Opel-Matadoren - Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Finanzminister Peer Steinbrück und Hessens Ministerpräsident Roland Koch -, als sie mit leeren Händen vor die Kameras traten. Und das lag nicht nur an der Übermüdung nach mühseligen Verhandlungen in der Nacht, sondern auch daran, dass sie sich von der amerikanischen Seite, General Motors und US-Finanzministerium, vorgeführt vorkommen mussten. Da hat man in Berlin "Deadlines" gesetzt, und aus den Staaten werden Emissäre ohne Entscheidungskompetenz geschickt. Ein Gespräch auf Augenhöhe sieht anders aus!

In Deutschland und in Europa kann man vieles wollen und wünschen, die letzte Entscheidung aber, was aus der GM-Tochter Opel wird, fällt nun einmal in den USA. Vor dem Hintergrund der verzweifelten Rettungsversuche für General Motors selbst, die den amerikanischen Steuerzahler noch weitere 50 Mrd. Dollar kosten können, hält sich das Verständnis der US-Regierung für die Aufgeregtheiten in der deutschen Regierung um die europäischen GM-Geschäfte erkennbar in Grenzen. Ob die neue, letzte Frist aus Berlin bis heute 14:00 Uhr Eindruck macht? Zweifel sind angebracht.

GM will weiter teilhaben an Opel - das geht nur mit Magna

Das heißt keineswegs, dass GM und der US-Regierung das Schicksal von Opel & Co. gleichgültig ist. Ganz im Gegenteil. Wenn GM in neuer Gestalt eine Zukunft in Eigenständigkeit haben soll, ist Zugriff auf das europäische Know-how unabdingbar. Deshalb besteht die US-Seite ja auch bei allem Entgegenkommen bei einem Herauslösen von GM Europe aus dem GM-Konzern darauf, weiter mit 35 Prozent an diesen Aktivitäten beteiligt zu bleiben. Dass eine solche Lösung aus GM-Sicht eher mit einem industriellen Investor Magna umzusetzen ist als mit Fiat, von der man sich vor Jahren mit einer milliardenschweren Abfindung trennte, liegt auf der Hand.

GM kämpft weiter um seine eigene Rettung

GM kämpft weiter darum, die Anleihegläubiger zur Annahme des Sanierungskonzeptes zu bewegen. Auch gestern gab es wieder kleine Fortschritte, die die drohende Insolvenz zumindest in geordnete Bahnen lenken könnten. Und GM-Chef Fritz Henderson müht sich auch, die Berliner Frustrationen zu mildern: Man wolle nicht mehr Überbrückungskredit als die 1,5 Mrd. Euro, sondern "nur" vorab mehr als bisher bekannt. Die Nachricht hör ich wohl...

(Peter Olsen)


 


 

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