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Steuererhöhung tritt in Kraft

Zigaretten werden ab Mai 20 Cent teurer

Die Preise für Zigaretten steigen zum 1. Mai kräftig: "Im Schnitt gehen die Preise um 20 Cent pro Schachtel nach oben", sagte Ralf Leinweber vom Hersteller BAT (Pall Mall) der Nachrichtenagentur dapd. Die Konkurrenten Reemtsma (JPS) und Philip Morris (Marlboro) bestätigten den Schritt.

Von Claus-Peter Tiemann

Hintergrund der Preiserhöhung ist die zum 1. Mai steigende Tabaksteuer. Allerdings satteln die Hersteller zusätzlich zu den Steuern beim Preisanstieg noch kräftig obendrauf.

Der Preis für eine 19er-Schachtel steigt um etwa fünf Prozent: Ein Päckchen der Sorte Lucky Strike kostet zurzeit etwa 4,60 Euro und klettert auf 4,80 Euro. Noch teurer wird die meistverkaufte Marke Marlboro, die mit 4,90 Euro nach der Erhöhung nur noch knapp unter der 5-Euro-Marke liegt.

Zum Mai steigt die Tabaksteuer nach dem Willen der Bundesregierung um vier bis acht Cent. Doch dabei bleibt es nicht. Beschlossen ist eine jährliche Anhebung bis 2015 in ähnlicher Größenordnung. Damit drohen von 2012 bis 2015 Preissteigerungen pro Schachtel von mindestens zehn Cent.

Besonders kräftig greift das Finanzamt jetzt bei Selbstdrehern zu: Für Drehtabak (40 Gramm) wird jedes Jahr 12 bis 14 Cent pro Packung zusätzlich an Abgaben fällig. Damit reagiert der Staat darauf, dass immer mehr Raucher vor den teuren Industriezigaretten fliehen und selbst drehen.

Industrie kassiert zusätzlich ab

Die Tabakindustrie nutzt die Steuererhöhung für einen saftigen zusätzlichen Preisaufschlag, denn die Schachtel wird 20 Cent teurer statt nur vier bis acht Cent aus der Tabaksteuer. "Alle unsere Rohstoffkosten steigen, vor allem der Rohtabak wurde teurer", begründete BAT-Manager Leinweber den Schritt.

Zuletzt zog der Zigarettenpreis im größeren Stil 2009 an. Damals gab es gleich zwei Preisrunden in einem Jahr: Im Sommer wurden 20 Cent aufgeschlagen. Ab Herbst mussten die Hersteller auf Anordnung der Regierung statt 17 mindestens 19 Zigaretten in eine Schachtel füllen. Eine Packung Markenzigaretten kostete danach 4,50 Euro oder mehr.

Schon jetzt deutet sich an, dass die Tabakindustrie auch die für 2012 bis 2015 beschlossene Anhebung der Tabaksteuer nutzen wird, um zusätzliche Preiserhöhungen durchzusetzen: Traditionell steigt der Preis für eine Schachtel in Deutschland immer nur in Schritten von vollen zehn Cent. So sollen krumme Summen an der Kasse vermieden werden. Zum 1. Januar wird die nächste Steuererhöhung von vier bis acht Cent wirksam. Es ist klar, dass der Endverbraucherpreis um mindestens zehn Cent steigen wird.

Raucher sind für den Staat eine ergiebige Quelle: 13,5 Milliarden Euro brachte allein die Tabaksteuer 2010 ein, dazu kommen noch die Mehrwertsteuer und die Ertragssteuern der Zigarettenindustrie. Die Bundesregierung will mit der jüngsten Erhöhung einen Teil der Einnahmeausfälle ausgleichen, die entstanden sind, weil Unternehmen mit hohem Energieverbrauch bei der Ökosteuer entlastet werden. Die Erhöhung soll 2011 rund 200 Millionen Euro mehr in die Staatskasse spülen und 2015 eine Milliarde Euro zusätzlich pro Jahr bringen.

In der Vergangenheit wurden immer wieder verschiedenste politische Zwecke von den Rauchern finanziert: Im Zeitraum von 2002 bis 2005 wurde die Tabaksteuer insgesamt fünfmal erhöht, zur Finanzierung von Maßnahmen zur Anti-Terror-Bekämpfung und zur Finanzierung von Teilen der Gesundheitsreform.

Allerdings sind die Einnahmen nicht verlässlich: Immer mehr Schmuggelzigaretten kommen nach Deutschland, außerdem wechseln immer mehr Verbraucher zu billigeren Produkten oder geben das Rauchen ganz auf. In den letzten Jahren sind viele Raucher zu selbst gestopften Zigaretten gewechselt, weil loser Tabak weniger stark besteuert war. Diesen Preisvorteil beschneidet die Bundesregierung jetzt mit der überdurchschnittlichen Anhebung der Abgaben auf Dreh- und Stopftabak.

(dapd )


 


 

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1 Kommentar

von Reiner Tiroch
20.04.11 08:46 Uhr
Strauchritter

Essen, benzin, Maut, tabacsteuer, Strom, wird bewußt teurer gemacht, damit der verlogene Staat kassiert in der Hoffnung, dass der blöde Bürger damit die krise beseitigt? Macht doch das benzin mit 3.-€ und setzt die MWST auf 25% hoch, dann könnt ihr euch leicht wieder die Diäten erhöhen und weiter an der nutzlosen dauerretterei versuchen.

 

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