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Käßmann-Rücktritt

Wulff und Böhrnsen bedauern Ausscheiden der EKD-Ratsvorsitzenden

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Konsequenzen aus ihrer Alkoholfahrt vom Wochenende gezogen und ihren Rücktritt erklärt. Die Landeschefs von Niedersachsen und Bremen äußerten derweil ihr tiefes Bedauern über das Ausscheiden der ersten weiblichen EKD-Ratsvorsitzenden.

Käßmann war am Wochenende in Hannover nach dem Überfahren einer roten Ampel von einer Polizeistreife angehalten worden. Bei ihr wurde im Folgenden ein Blutalkoholwert von 1,54 Promille festgestellt. Am Mittwoch erklärte Käßmann dann nach nur vier Monaten an der Spitze der Evangelischen Kirche ihren Rücktritt. Vor dem entscheidenden Treffen hatten Käßmann - trotz ihrer Verfehlung - alle 14 Ratsmitglieder der EKD ihr Vertrauen ausgesprochen. Ein herausragender Vertrauensbeweis. Dennoch zog Käßmann am Mittwoch ihre Konsequenzen und erklärte ihren Rücktritt von allen kirchlichen Ämtern.

Trotz Verfehlung: Ministerpräsidenten bedauern Ausscheiden

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) äußerten sich inzwischen zu Käßmanns Entscheidung. Wulff sagte am Mittwoch: "Die Niedersächsische Landesregierung bedauert den Rücktritt von Margot Käßmann. Sie hat hinsichtlich ihrer persönlichen Entscheidung meinen Respekt. Für uns in Niedersachsen war sie die ideale Besetzung, da sie sich als engagierte Christin in Wort und Tat, mit Herz und Verstand für die Hannoversche Landeskirche, für die gesamte evangelische Kirche in Deutschland und für die Menschen eingesetzt hat.“

Bremens Bürgermeister Böhrnsen erklärte zugleich: "Margot Käßmann hat mit ihrer Autofahrt unter Alkoholeinfluss einen Fehler begangen. Sie hat jetzt die Konsequenzen gezogen, wer sie kennt, konnte nichts anderes erwarten. Fehler sind menschlich, auch Margot Käßmann musste erkennen, dass ihr ein solcher Fehler passieren konnte. Weil sie für viele Menschen in unserem Land, insbesondere auch für Christinnen und Christen, eine herausragende Vorbildfunktion eingenommen hat, blieb ihr eine einfache Rückkehr zur Tagesordnung verwehrt. 

Böhrnsen: "Ich hoffe, sie findet die Kraft für einen Neuanfang."

Käßmann werden in den politischen Zentren in Hannover und Bremen trotz ihrer Alkoholfahrt dennoch ihre zahlreichen Verdienste und ihre  Courage angerechnet, die Konsequenzen aus dem Vorkommnis zu ziehen. "Mir tut es um Margot Käßmann sehr leid, ich schätze sie als Mensch und in ihrer Arbeit als Bischöfin sehr. Sie hat das herausragende Amt der Kirche vorbildlich wahrgenommen. Ich hoffe, sie findet die Kraft für einen Neuanfang," sagte etwa Bremens Landeschef Böhrnsen anlässlich ihres Ausscheidens. Die Internetseite der Evangelischen Landeskirche Hannover brach am Mittwochnachmittag unter dem Ansturm der Nutzer zeitweise zusammen.

(Redaktion)


 


 

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