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Gewinne 2011 halbiert

Griechenland verdirbt Commerzbank und Allianz die Bilanz

Griechenland hinterlässt tiefe Bremsspuren in der deutschen Finanzwirtschaft. Commerzbank und Allianz meldeten am Donnerstag massiv eingebrochene Gewinne, die sie unter anderem hohen Wertberichtigungen auf ihre griechischen Papiere verdanken. Der Jahresgewinn der Commerzbank halbierte sich auf 638 Millionen Euro, der der Allianz verringerte sich um 46 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Von Roman Keßler und Christof Rührmair

Commerzbank-Chef Martin Blessing will nun von riskanten Staatsanleihen südlicher Euro-Länder die Finger lassen. "Ganz offen: Ich glaube, von den Papieren haben wir schon genug", sagte er in Frankfurt am Main.

Nach deutschem Bilanzrecht habe das Institut 2011 sogar einen massiven Verlust von 3,6 Milliarden Euro gemacht. "Deshalb wird die Commerzbank auch in diesem Jahr keine Zinsen für ihre Staatshilfen zahlen müssen", sagte Blessing. Zu den Gründen gehört eine Zahlung an den Bankenrettungsfonds SoFFin, die sich nur in der deutschen Rechnungslegung auswirkt, nicht aber auf die internationalen Regeln.

Aktienkurs bricht ein

An der Frankfurter Börse ging es für Commerzbank-Aktien am Donnerstag um fast fünf Prozent nach unten. Blessing erklärte den Einbruch mit dem Plan, neue Aktien auszugeben, um Schuldverschreibungen der Bank auszulösen. So will die Commerzbank ihre Kapitallücke schließen und die Vorgaben der europäischen Bankenaufsicht EBA schneller erreichen als zunächst geplant. Mehr als eine Milliarde Euro könnte das Kernkapital so zulegen, hieß es. Bei der Ausgabe neuer Aktien sinkt allerdings der Wert der bereits gehandelten Papiere.

Für die Allianz dürfte dies eine weitere unangenehme Erfahrung mit der Commerzbank sein. Der Versicherer ist - nachdem er seine verlustreiche Tochter Dresdner Bank vor Beginn der Finanzkrise 2008 an die Commerzbank verkauft hatte - noch immer mit 3 bis 5 Prozent an der Bank beteiligt; genau will man das in München nicht sagen.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank die Allianz mit nach unten gezogen. 520 Millionen Euro hatten die Wertberichtigungen auf den Anteil betragen, beinahe so viel wie die Abwertungen bei griechischen Staatsanleihen, die mit 573 Millionen Euro zu Buche geschlagen hatten. Bei der Allianz will man nun jedenfalls von Aktien von Finanzunternehmen die Finger lassen. Ihr Anteil im Portfolio soll sinken.

Allianz bei Prognose zuversichtlich

Zumindest operativ und beim Umsatz waren die Münchner 2011 mit leichten Rückgängen davongekommen. Das Versicherungsgeschäft schwächelte etwas. Die Vermögensverwaltung erwies sich mit einem gestiegenen Ertrag dagegen als "Ertragsperle", wie Vorstandsmitglied Oliver Bäte sagte. Und bei der Prognose für 2012 zeigte sich Konzernchef Michael Diekmann zuversichtlich.

An der Börse hätte der Unterschied zwischen den beiden Konzernen am Donnerstag kaum größer sein können. Am Mittag war die Allianz der größte Gewinner im DAX, die Commerzbank der größte Verlierer.

(dapd )


 


 

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