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Fischkauf mit Kutter-Tracking

Cuxhavener Unternehmen bietet Kunden mehr Transparenz

Jens Schröder greift bei seinem Einkauf in die Tiefkühltruhe des Discounters. Er holt eine Plastikschale mit Seelachs heraus, auf der die Zeichnung eines Fischkutters aufgedruckt ist, das Logo der Cuxhavener Kutterfisch-Zentrale.

Von Frank Miener

Dann nimmt er sein Smartphone und gibt einige Zeichen ein, den sogenannten Trackingcode, der auf dem Etikett steht. Im Display erscheinen Name und Foto eines Schiffs, eine Karte mit der norwegischen Küste, der Name des Kapitäns und das Fangdatum des Fischs in der Packung.

Diese Informationen können Kunden abfragen, wenn sie den Code entweder am heimischen Computer oder über das Handy eingeben. Nachprüfen zu können, woher der Fisch kommt - das ist die Idee hinter dem Angebot, das Schröder gerade nutzt.

"Das ist wirklich interessant", sagt der Mann aus Stade. "Ich mache das jetzt immer." Möglich ist das derzeit in 200 Lidl-Filialen im Hamburger Raum, bald aber auch im Süden Deutschlands. Trackingcodes sind dabei nicht neu: Versandhäuser nutzen sie schon länger, um die Warenlieferung für den Kunden über das Internet nachvollziehbar zu machen.

"Wir legen Wert auf die Rückverfolgbarkeit"

Sein Unternehmen wolle den Kunden mithilfe dieser technischen Möglichkeit "Sicherheit geben", sagt der Geschäftsführer der Kutterfisch-Zentrale, Horst Huthsfeldt. "Wir legen Wert auf die Rückverfolgbarkeit unserer Produkte", betont Huthsfeldt.

Seit einiger Zeit fungiert das Unternehmen, das als Dach für 127 andere Fischereifirmen dient, nicht mehr nur als Erstverarbeiter, sondern hat sich auf den direkten Vertrieb eingestellt. "Bisher lieferten wir an Großhändler wie zum Beispiel die Deutsche See in Bremerhaven", sagt Huthsfeldt. Nun wage man sich unter eigenem Namen auf den Markt.

"Bei uns besteht die Möglichkeit, alles genau zu dokumentieren", sagt der Geschäftsführer. 18 Kutter befinden sich im Eigentum der Kutterfisch-Zentrale, hinzu kommen die der angeschlossenen Firmen. "So können wir direkt auf den Datenbestand zugreifen." Der wird von einer Art Blackbox erhoben, die alle zwei Stunden die Daten erfasst, darunter die Position der Schiffe und die Uhrzeit. Die Daten gehen eigentlich wegen der Kontrolle der Fangquoten an das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung. Quasi als Nebeneffekt könnten sie so auch für den Eigenbedarf genutzt werden, sagt Huthsfeldt.

"Mir gefällt die Idee"

Die Firma verschaffe sich auf diese Weise mit dem Trackingcode ein Alleinstellungsmerkmal . "Wenn wir mit Groß- und Zwischenhändlern arbeiten, bleibt die Rückverfolgbarkeit spätestens dort auf der Strecke", sagt er. Die aber ist Voraussetzung für das MSC-Siegel, das einige Produkte der Kutterfisch-Unternehmen tragen. Das Kürzel steht für Marine Stewardship Council und dokumentiert eine nachhaltige Fischereiwirtschaft. Dazu gehört die Nachverfolgbarkeit des Produkts.

Ein Versuch, der ankommt. "Mir gefällt die Idee", sagt auch Rainer Gerdes beim Griff in die Tiefkühltheke im Discounter. Sofort kann er das Ergebnis allerdings noch nicht sehen. Sein iPhone unterbindet die Abfrage derzeit noch, weil sie auf der Flash-Technologie beruht - und die wird vom Apple-Telefon blockiert.

"Das ändern wir gerade", sagt Huthsfeldt. Ab 3. April werde die Technik umgestellt. Internetseiten und die Android-Telefone könnten die Abfrage schon jetzt umsetzen. Gerdes jedenfalls will seine Packung am Computer checken, sobald er zu Hause ist.

(dapd )


 


 

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