Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Osnabrück / Bremen

Protestierende Karmann-Beschäftigte legen Daimler-Werk in Bremen lahm

Bereits seit Donnerstag, den 29. Oktober 2009, ruht beim Osnabrücker Autobauer Karmann aus Protest die Produktion des SLK-Unterbaus für Daimler. Nach Angaben der IG Metall muss deshalb die SLK-Produktion in Bremen ruhen. Am Dienstagvormittag informierten Vertreter von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann die Belegschaft über die laufenden Verhandlungen

Zwar zeigte sich die Insolvenzverwaltung bei der Betriebsversammlung demnach zuversichtlich, dass innerhalb der nächsten Zeit eine Gesamtlösung für Karmann stehen könnte, konkrete Ergebnisse seien aber noch nicht erzielt worden. Derzeit verhandelt Karmann mit den Autobauern Volkswagen und Daimler. Bei ersterem geht es um Aufträge, bei letzterem um Forderungen der Osnabrücker aus einem Vertragsverhältnis und Folgeaufträge. Die Liquidität von Karmann reiche noch bis Mitte November, erklärten Vertreter des Insolvenzverwalters. 

„Hier handelt es sich um einen alten Hut, mit dem Mercedes uns schon seit Wochen bedroht." (Karmann- Betriebsrat Gerhard Schrader zur Drohung von Daimler, Folgeaufträge abzuziehen)

Gewerkschafter unbeeindruckt

Die Stimmung der Belegschaft in der betreffenden Betriebsversammlung beschreibt der Karmann-Betriebsratsvorsitzende Gerhard Schrader als gereizt. Er erklärte, dass die Produktion solange ruhen werde, bis eine zufriedenstellende Einigung mit Mercedes erzielt worden sei und hob hervor, dass, sich "die Beschäftigten mit einer Liquiditätszusage des Insolvenzverwalters von zwei Wochen nicht abspeisen lassen werden". Nachdem am Donnerstag die Fertigung von SLK-Teilen ruhte, ging beim Osnabrücker Autobauer eine größere Zahlung ein. Ohne Eingang des Geldes wäre es zum Wochenanfang für Karmann eng geworden. Unbeindruckt zeigt sich der Gewerkschafter angesichts der dramatischen Situation auch von der Daimler-Drohung, Aufträge für das SLK-Nachfolgemodell aus Osnabrück abzuziehen. „Hier handelt es sich um einen alten Hut, mit dem Mercedes uns schon seit Wochen bedroht“, erklärte Schrader. 

Forderung: Liquidität über die Jahreswende hinaus

Doch realistisch gesehen sind die verbliebenen Karmann-Beschäftigten damit kaum einzuschüchtern, schließlich geht es für sie um das Überleben. Und in Punkto Folgeaufträge für Karmann halten sich die großen Autobauer seit Monaten bedeckt. Aufgrund der Taktiererei bedarf es keiner großen Phantasie, warum sich die Belegschaft kürzlich ausgerechnet dem Kunden Daimler zuwandte und nun indirekt dessen Produktion behindert. Der Konzern soll aufgrund der vorzeitig eingestellten Crossfire-Produktion aus der Daimler-Chrysler-Ära noch Rechnungen offen haben. Karmann pocht hierbei auf Vertragsverletzungen, wird aber einen längerfristigen Prozess vor Gericht kaum überleben können. Um den Investorenprozess finanziell abzusichern, forderte am Dienstag Hartmut Riemann von der Gewerkschaft IG Metall Osnabrück vom Insolvenzverwalter eine Sicherung der Liquidität des Unternehmens über die Jahreswende hinaus.

(Redaktion)


 


 

Karmann
Daimler
Volkswagen
Bremen
SLK
Gewerkschaft
Insolvenzverwalter
Liquidität
Ottmar Hermann
Protest
Mitarbeiter

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Karmann" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: