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Transrapid-Teststrecke

Das Emsland steht fest hinter dem Transrapid

Seit 1987 dreht der Transrapid auf der Versuchsstrecke bei Lathen im Emsland seine Runden. Bund und Industrie wollen die Anlage mangels Zukunftsperspektiven für die Deutsche Transrapid-Technik im kommenden Jahr stilllegen. Für die strukturschwache Region steht viel auf dem Spiel.

Der Emsland-Versuchsstrecke droht das endgültige Aus. Bund und Industrie sind offenbar nicht mehr bereit, den Betrieb der Anlage weiter zu finanzieren. Angesichts der andauernden Wirtschaftskrise besteht zudem kaum noch Hoffnung auf Folgeaufträge in China oder andernorts. Das Projekt Transrapid soll damit offenbar ganz ad acta gelegt werden. Doch gegen dieses Vorhaben stemmt sich auch Widerstand

Der Wirtschaftsverband Emsland e. V. und die IHK Osnabrück-Emsland geben zu bedenken, dass es für den Industriestandort Deutschland leichtfertig sei, auf die nach wie vor vorhandenen Exportchancen der in der Region erfundenen und erprobten Technik zu verzichten. Dazu muss man wissen, dass der Transrapid nicht nur zur Ansiedlung von zahlreichen hochqualifizierten Arbeitsplätzen geführt und der strukturschwachen Region Auftragsvolumina in Millionenhöhe beschert hat, sondern auch beliebter Tourismusmagnet für Gäste aus Deutschland und dem gesamten Ausland war, die auf der Strecke eine Fahrt mit dem Deutschen Hightech-Gefährt unternehmen konnten. Ein tragischer Unfall auf der Teststrecke, bei dem vor zwei Jahren 23 Menschen ums Leben kamen, machte den Emsländern schmerzlich bewusst, wie abhängig sie von der Monorail geworden waren. Techniker hatten damals einen Werkstattwagen auf der Strecke stehen gelassen, auf den ein mit Besuchern besetzter Transrapid bei hoher Geschwindigkeit auffuhr. Seither ruht der öffentliche Fahrbetrieb und damit auch der Tourismus.

Im Emsland steht man weiter fest hinter dem Transrapid. Das Schicksal der strukturschwachen Region ist von Bund und Industrie in der Vergangenheit unmittelbar an die Magnetbahn geknüpft worden.

Doch von allen Transrapid-Vorhaben in Deutschland war die Teststrecke im Emsland - einmal abgesehen von dem schweren Unfall 2006 - seit jeher eine Erfolgsgeschichte. Keine der jemals in Deutschland geplanten Streckenführungen wurde je realisert - zuletzt war das die Flughafenstrecke in München, davor die NRW-Strecke und davor wiederum die Strecke Hamburg-Berlin. Kaum eine Streckenführung in der Republik hatte man in den vergangenen Jahrzehnten ausgelassen - doch immer wieder machten die Verantwortlichen im letzten Augenblick einen Rückzieher. Das Projekt beschäftigte Generationen, aber keine Generation rang sich durch, es auch zu verwirklichen. Während all dessen drehte man im Emsland über Jahrzehnte hinweg seine Runden mit dem Hightech-Gefährt und tat das, wozu der Transrapid ursprünglich einmal konstruiert worden war: mit einem ausgezeichneten System Menschen in Deutschland befördern. Insofern haben die Verantwortlichen bei Bund und Industrie sicherlich die moralische Verpflichtung, sich mit den Emsländern an den berühmten runden Tisch zu setzen. Denn unabhängig von den zukünftigen Exportchancen der Deutschen Technik steht man im Emsland weiterhin fest hinter dem Transrapid. Das Schicksal der strukturschwachen Region ist von Bund und Industrie in der Vergangenheit unmittelbar an die Magnetbahn geknüpft worden.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von AWE
07.12.10 22:12 Uhr
Neue Nutzung der Transrapid-Strecke

MOIN MOIN aus dem Norden...

Mein Tipp :
Zu Untersuchen , welche Möglichkeiten der Windenergienutzung aus großen Höhen es auf dem Gelände der Ttransrapid-Strecke gebe.

Da ist in der ganzen Welt viel Forschung und auch schon Umsetzung im Gang.

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