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Delmenhorst

Volle Fördertöpfe für mehr Ressourceneffizienz in Unternehmen

Konferenz thematisiert Chancen und Hemmnisse

Der effiziente Umgang mit den natürlichen Ressourcen und der Energie gilt als Schlüssel für die Entwicklung von Unternehmen. Beides senkt die Kosten, fördert Innovationen und dient der Umwelt. Obwohl es volle Fördertöpfe und gute Beispiele für Ressourceneffizienz gibt, greifen Unternehmen nur verhalten zu. Auf der Konferenz „Ressourceneffizienz in der Praxis – Ansätze für eine intelligente Wirtschaft“ wurden die Gründe am 3.Februar in Delmenhorst benannt und eine Initiative gestartet.

Organisiert hatte die Veranstaltung der Oldenburger Energiecluster OLEC e.V. gemeinsam mit weiteren Netzwerken und Partnern aus Bremen und Niedersachsen. Finanzielle Unterstützung für die Konferenz mit 60 Teilnehmern kam von der Metropolregion Nordwest. Seit der Gründung im Jahr 2006 hat diese insgesamt 116 regionale Kooperationsprojekte mit 7,8 Millionen Euro gefördert. Aktuelle Förderschwerpunkte sind „Energieeffizienz“ und „CO2-Reduzierung“. „Ich freue mich, dass verschiedene Netzwerke und Institutionen diese für die Metropolregion sehr wichtigen Themen aufgreifen. Schließlich sind die Ressourcen endlich“, sagte Dr. Anna Meincke, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest, zum Auftakt.

Deutlich wurde auf der Veranstaltung, dass es an Informationen und an der Kommunikation hapert. „Im verarbeitenden Gewerbe entfallen 43 Prozent aller Kosten auf den Materialeinsatz und nur zwei Prozent auf den Energieverbrauch. Gerade die meisten klein- und mittelständischen Betriebe kennen aber ihre Kostenstruktur nicht und stellen europaweit zwei Drittel aller Arbeitsplätze. Darum brauchen wir einen effizienteren Umgang mit den Rohstoffen“, machte Dr. Daniel de Graaf vom Umweltbundesamt deutlich.

Gemeinschaftsprojekte wie PInA zeigen auf, dass Unternehmen gerade auch im Verbund mit Kommunen große Potenziale heben können. In diesem Projekt geht es darum, anfallende Industrieabwärme im Landkreis Osnabrück durch den Aufbau von Nahwärmenetzen zu nutzen. Bisher wurden 45 Unternehmen besucht und 300 angeschrieben. „In einem nächsten Schritt legen wir mit einem Wärmekataster den Bedarf und die Potenziale übereinander“, erläuterte Roland Pätzold vom Landkreis Osnabrück.
Positive Beispiele für den klugen Umgang mit Material und Energie gibt es aus einzelnen Unternehmen reichlich. So hat die Hella Fahrzeugkomponenten GmbH in ein eigenes Blockheizkraftwerk investiert, das sich nach 3,4 Jahren amortisiert und fast rund um die Uhr läuft. „Wir sparen jedes Jahr 651.000 Euro und produzieren 58 Prozent des benötigten Stroms selbst“, unterstrich Andree Allewelt-Müller, Chef der Produktionstechnologie. Dass sich energieeffiziente Technologien schnell rechnen, zeigt auch eine Auswertung des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Behörde hatte Innovationsgutscheine für Rohstoff- und Materialeffizienz vergeben und das Programm ausgewertet. Danach hatten sich 50 Prozent der Maßnahmen bereits innerhalb eines Jahr bezahlt gemacht und 33 Prozent der Unternehmen konnten ihren Gewinn steigern. „Es gibt sehr viele Förderprogramme, die aber kaum genutzt werden oder bekannt sind“, sagte Thorben Vahlenkamp von der Niedersächsischen Klimaschutz- und Energieagentur KEAN. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen ist landesweit Ansprechpartnerin für Kommunen, Fachverbände, lokale Energieagenturen und weitere Akteure in den Bereichen Energieeffizienz, Energieeinsparung, Einsatz erneuerbarer Energien und dezentrale Energiespeicher sowie andere Flexibilitätsoptionen. Zum Angebot gehören Informationen, Veranstaltungen, Fortbildungen und Kooperationen in den genannten Handlungsfeldern.

Und dafür gibt es Gründe: In den Workshops stellte sich schnell heraus, dass sich Unternehmen eine kontinuierliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Energieberatern wünschen. Gerade im Bereich der Ressourcen- und Materialeffizienz ist das ein wichtiger Punkt, weil die internen Zahlen aufgrund des Wettbewerbs nicht nach außen kommuniziert werden. Beim Thema Recycling vermissten die Experten nicht nur kluge Vermarktungsstrategien, sondern auch mehr Transparenz darüber, welche Recyclingquoten Produkte oder Teile davon erreichen. Im Bereich der Energieeffizienz wurden der Zeitmangel von Geschäftsführern sowie Misstrauen als zwei Hemmnisse identifiziert. Gerade den Energieberatern würde oft unterstellt, dass sie auch die Rolle eines Verkäufers einnehmen. Allerdings müssten einmalige und mit Fördergeldern bezuschusste Beratungsdienstleistungen auch Wirkung zeigen und der Wunsch nach einer kontinuierlichen Energieberatung bezahlt werden. Klar war daher auch, dass die Veranstaltung nur der Auftakt für einen Austausch zur Ressourceneffizienz im Nordwesten war. Vereinbart wurde, dass die Hemmnisse, aber auch die positiven Beispiele intensiver betrachtet werden, um mit den Unternehmen in einen konstruktiven Dialog über Maßnahmen und Fördermöglichkeiten zu treten.

Gefördert wird diese clusterübergreifende Kooperation von der Metropolregion Nordwest und den weiteren Partnern aus der Region: Cascade Use von der Universität Oldenburg, dem DFMRS e.V., der Handelskammer Bremen, der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH, dem Enterprise Europe Network, dem Projekt Rohstoffquelle:Produkt sowie von den Wirtschaftsförderungen Bremen und Oldenburg.

(Redaktion)


 


 

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