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"Der Schaden ist eingetreten"

Lufthansa-Streichliste gilt auch bei Absage des Streiks

Der Chaos-Freitag im deutschen Flugverkehr ist unwiderruflich programmiert: Selbst bei einer Annäherung des Unternehmens und der Gewerkschaft UFO müsste die Lufthansa ihre Streichliste mit 1.200 Verbindungen fast vollständig abarbeiten. "Der Schaden ist eingetreten", sagte Unternehmenssprecher Peter Schneckenleitner am Donnerstag auf Anfrage. Auf beiden Seiten gab es nach wie vor keine Signale der Gesprächsbereitschaft.

Von Thomas Rietig

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO will am Freitag alle deutschen Standorte der Lufthansa ganztägig bestreiken. Lediglich rund 600 der 1.800 geplanten Flüge sollten stattfinden. Schon am Donnerstag strich die Lufthansa mehr als 40 Verbindungen.

Maschinen stehen teilweise im Ausland

Neben Inlandsflügen betraf das vor allem Interkontinentalstrecken. Die Maschinen blieben teilweise im Ausland stehen. Das hat laut Schneckenleitner den Vorteil, dass sie bei Wiederaufnahme des Verkehrs bereits vor Ort sind. Zudem würden rechtliche Unsicherheiten wie die Frage vermieden, ob und ab wann man auf einem Interkontinentalflug streiken darf.

Die Chancen, dass der neuerliche Ausstand noch abgewendet wird, sind äußerst gering. "Der Ball liegt bei UFO", sagte der Sprecher. Wenn sich doch noch etwas tue, "werden wir unser Möglichstes tun, so viele Flüge wie möglich stattfinden zu lassen".

In großen Zeitungsanzeigen entschuldigte sich die Fluggesellschaft bei ihren Kunden für die Unannehmlichkeiten wegen des Ausstands. "Wir halten diesen Streik für unverhältnismäßig", schreibt der Vorstand. "Er fügt dem Unternehmen hohen finanziellen Schaden zu und beschädigt das Ansehen der Marke Lufthansa."

Der Streik könnte auch andere Airlines treffen. Landeverbote für einzelne Flughäfen wegen zu vieler belegter Parkpositionen, wie sie an den beiden vergangenen Streiktagen vorübergehend ausgesprochen wurden, seien auch am Freitag nicht auszuschließen, sagte der Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab, auf dapd-Anfrage. Dank der langen Vorlaufzeit und weil zahlreiche Lufthansa-Flieger vorübergehend im Ausland bleiben, dürfte die Chance auf normalen Flugverkehr bei anderen Airlines aber hoch sein.

Bahn rät zur Platzreservierung

Air-Berlin-Sprecher Uwe Berlinghoff kündigte jedenfalls an, er erwarte keine besonderen Behinderungen. Die Gesellschaft will versuchen, auf einzelnen Verbindungen größere Maschinen als sonst einzusetzen. Die Deutsche Bahn riet ihren Fahrgästen dringend zur Platzreservierung, da der Streik in einer der verkehrsreichsten Zeiten der Woche stattfindet. Sie versicherte, alles verfügbare Wagenmaterial und zusätzliches Servicepersonal einzusetzen.

Die Flugbegleiter fordern fünf Prozent mehr Gehalt und den Verzicht der Lufthansa auf die Gründung von Billiglohngesellschaften. Die Fluggesellschaft bietet Entgelterhöhungen von 3,5 Prozent an, den Verzicht auf Leiharbeit, auf betriebsbedingte Kündigungen und auf befristete Verträge.

Am Dienstag waren fast 350 Flüge ausgefallen, als die Gewerkschaft Berlin, Frankfurt am Main und München bestreikte. 43.000 Lufthansa-Kunden waren betroffen, rund 1.500 saßen in Frankfurt und München die Nacht über fest.

Die Liste der gestrichenen Lufthansa-Flüge finden Sie unter diesem Link

(dapd)


 


 

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