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Deutsch-Schweizer Studie

Fairtrade-Handel hat positive Effekte auf Entwicklungsländer

Anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums hat die deutsche Fairtrade-Organisation TransFair e.V. aus Köln gemeinsam mit der schweizer Max Havelaar-Stiftung eine Studie in Auftrag gegeben, die die Wirkung von Fairtrade in verschiedenen Produktbereichen auf drei Kontinenten prüft. Die Ergebnisse sind ermutigend.

„Die aktuellen Forschungsergebnisse belegen, dass Fairtrade bessere Einkommen schafft und zur Armutsbekämpfung in den ländlichen Regionen beiträgt“, erklärte Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair. In Fairtrade-starken Regionen, wie im Bananenanbau in Peru oder in der Rosenzucht in Kenia, ahmten konventionelle Anbieter sogar Fairtrade-Standards nach, wie zum Beispiel die Prämienzahlung oder verbesserte Arbeitsbedingungen, so Overath. 

Die Studie wurde vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Misereor und Brot für die Welt/EED mitfinanziert. Erarbeitet wurde die Studie vom Centrum für Evaluation (CEval) an der Universität des Saarlandes.

Erhebungen in sechs Produktbereichen

Für die Studie wurde eine Vielzahl qualitativer und quantitativer Daten erhoben. In vier Ländern wurden Bauern und abhängige Beschäftigte durch 32 Gruppendiskussionen und 128 Einzelinterviews befragt. 3.750 Fragebögen sowie Primär- und Sekundärliteratur wurden ausgewertet. Untersucht wurden ferner Fallstudien in den Produktbereichen Kaffee, Bananen, Tee, Baumwolle, Kakao und Blumen. Die Macher der Studie verglichen dabei die Entwicklungen von Fairtrade-zertifizierten Kleinbauernkooperativen, Plantagen und Vertragsanbauern mit konventionellen Organisationen. Vergleichsgrößen waren unter anderem Bildung, Gesundheitsversorgung und Gender.

Sozio-ökonomische Situation verbessert sich

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Kleinbauern und Arbeiter auf Fairtrade-zertifizierten Kooperativen und Plantagen über leicht höhere und stabilere Einkommen verfügen: Rund 64 Prozent der Befragten gaben an, Geld sparen zu können, gegenüber 51 Prozent der Vergleichsgruppe. Zudem war die Produktivität der zertifizierten Organisationen in den meisten Fällen höher. Für 85 Prozent der Befragten im Baumwoll-Fallbeispiel hatte sich durch Fairtrade der Kreditzugang verbessert.

Fast 85 Prozent der Arbeiter der untersuchten Fairtrade-Blumenplantage hatten einen festen Arbeitsvertrag , im Gegensatz zu unter 20 Prozent der Arbeiter der konventionellen Vergleichsplantagen. Eine große Auswirkung auf die ländlichen Gebiete hatten die zum Teil massiven Investitionen in die lokale Infrastruktur , wie beispielsweise in den Ausbau von Straßen. Als indirekte Folge wurde darüber hinaus eine allgemeine Verbesserung im Bildungs- und Gesundheitswesen festgestellt.

Fairtrade-Absätze bestimmen Wirkung

Die Wirkung von Fairtrade auf die ländliche Entwicklung hängt stark davon ab, wie hoch die Fairtrade-Absätze im Groß- und Einzelhandel sind, wie gut die Produzenten und das Management informiert und organisiert sind und wie ernst ihr Engagement für Fairtrade ist.

Die erfolgreichsten Fairtrade-Produkte am deutschen Markt sind nach TransFair-Angaben Blumen, Bananen und Kaffee, außerdem Süßigkeiten und Fruchtsaft. Der Marktanteil von Fairtrade-Kaffee liegt nach Angaben der Organisation bei zwei Prozent. Faire Rosen nähern sich einem Marktanteil von 20 Prozent. 30 Prozent der in Deutschland verkauften Bio-Bananen tragen das Fairtrade-Siegel.

Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in 36.000 Geschäften. Über 18.000 gastronomische Betriebe schenken Fairtrade-Kaffee und -Kakao aus. 200 Firmen bieten rund 2000 Fairtrade-Produkte an.

(Redaktion)


 


 

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