Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Analysten bleiben gelassen

Deutsche Bank braucht angeblich bis zu drei Milliarden Euro

Nach der Commerzbank droht Finanzkreisen zufolge auch der Deutschen Bank eine größere Kapitallücke als bislang angenommen. Um die erhöhten Kapitalanforderungen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) zu erfüllen, brauche die Deutsche Bank bis zu drei Milliarden Euro, erfuhr die Nachrichtenagentur Dow Jones von einer mit der Sache vertrauten Person. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte dazu am Donnerstag keinen Kommentar abgeben.

Die EBA hatte bereits zuvor erklärt, Spekulationen über die Ergebnisse ihrer Berechnungen nicht zu kommentieren. Die Zahlen würden voraussichtlich bis Monatsende veröffentlicht. Am Dienstag hatten bereits Berichte, wonach die Commerzbank fünf Milliarden Euro frisches Kapital brauche, zu einem Kurssturz geführt. Die Aktie des zweitgrößten deutschen Geldinstituts stürzte daraufhin ab.

Anders reagierte die Aktie der Deutschen Bank am Donnerstag: Nach Bekanntwerden des angeblichen Kapitalbedarfs konnte der Kurs sogar leicht zulegen. Zu Handelsschluss gingen Deutsche Bank mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 24,31 Euro vom Parkett. Grund könnte sein, dass Analysten das Füllen der Kapitallücke für kein Problem halten - immer vorausgesetzt, dass es bei dieser Summe bleibt. Ein Blick in die Präsentation der Deutschen Bank zum dritten Quartal zeigt, dass das Frankfurter Bankhaus bereits plant, im vierten Quartal und im gesamten ersten Halbjahr 2012 Gewinne nach Dividendenzahlung in Höhe von rund 2,8 Milliarden Euro einzubehalten.

Damit will die Bank nach Basel 2,5 eine harte Kernkapitalquote von 9,1 Prozent aus eigener Kraft erreichen. Außerdem ist geplant, die risikogewichteten Anlagen der Bank bis zum 30. Juni 2012 um rund 30 Milliarden Euro zu reduzieren.

Noch strengere Regeln geplant

Banken stehen allerdings vor Einführung der noch strengeren Regeln nach Basel III. Analysten wie Christopher Wheeler von Mediobanca beginnen bereits damit, diesen erhöhten Kapitalbedarf zu berechnen. Sollte die EBA auf eine Umsetzung dieser verschärften Regulierung schon bis Ende 2012 dringen, rechnet er mit einem Kapitalbedarf von 10 bis 15 Milliarden Euro. Eigentlich gilt die endgültige Fassung von Basel III erst ab 2019.

Die Deutsche Bank muss jedoch auch zur Konkurrenz aufschließen. "Nach Basel III hat die Deutsche Bank eine harte Kernkapitalquote von 7,2 Prozent, die Konkurrenz kann hier jedoch bereits 10 Prozent aufweisen", sagt Analyst Wheeler.

Quelle: Dow Jones Newswire

(dapd )


 


 

Deutsche Bank
Kapitalbedarf
Analysten
Basel III
Commerzbank
Kernkapitalquote
Kapitallücke
Donnerstag

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Deutsche Bank" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: