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Kommentar von Bernd Neubacher

Die Maschine läuft und läuft: Zum glänzenden Quartalsergebnis der Deutschen Bank

Im Jubel der Anleger über Ergebnisfortschritte der Deutschen Bank in eigentlich allen Sparten könnte es glatt untergehen: Der Handel ist der Volkswagen unter den Segmenten - er läuft und läuft und läuft. Gerade der einzige operative Bereich, der sein Resultat im Startquartal nicht binnen Jahresfrist verbesserte, erstaunt in zunehmendem Maße: Ob nun wie im Startquartal 2010 die Notenbanken die Märkte mit billigem Geld fluten oder wie zuletzt eine Schuldenkrise grassiert, in Libyen Bürgerkrieg herrscht und in Japan Atomreaktoren havariert sind - die Bank holt zuverlässig Milliardengewinne herein.

Im Handel, Beratungs- und Emissionsgeschäft ging der Ertrag seit dem Vorjahresquartal zwar um 3% zurück. Konkurrent Goldman Sachs freilich hat im Handel derweil 22% weniger eingenommen. Es spricht einiges dafür, dass die Deutsche Bank mit ihrem Bereich Corporate Banking & Securities ein Geschäft auf Weltklasse-Niveau aufgebaut hat.

So kann sich Vorstandschef Josef Ackermann im Beifall des Marktes sonnen. Die Zahlen im Startquartal lassen auch erkennen, dass er im kommenden Jahr seinen Abschied mit dem angestrebten Rekordsegmentergebnis von 10 Mrd. Euro im Rücken ankündigen kann - glücklicherweise schlugen die Belastungen im Startquartal ja außerhalb der operativen Segmentrechnung ein.

Investment-Banking dominiert

Auf längere Sicht allerdings könnte sich die schier unverwüstlich scheinende Dynamik der Gewinnmaschine Handel und Investmentbank noch zum Problem auswachsen. Schließlich hat das Investment Banking im jüngsten Dreimonatszeitraum 76% zum Vorsteuerergebnis des Konzerns beigesteuert, und dies in einem, gemessen an der Performance der übrigen Bereiche binnen Jahresfrist, durchaus schwachen Quartal. Um die Bank für den Erfolg in der Nachkrisenära von Basel III zu rüsten, hat Ackermann versprochen, den Anteil des Privatkundengeschäfts samt Vermögensverwaltung und Global Transaction Banking am Gewinn auf 50% im Jahr 2014 zu hieven. Bis dahin werden die risikoärmeren und weniger kapitalintensiven Aktivitäten des Konzerns allerdings noch manchen Ergebniserfolg melden müssen - im Startquartal lag ihr Anteil am Bruttoergebnis der operativen Segmente bei 37%.

Mit der neuen Struktur noch Eigenkapitalrenditen von 25% vor Steuern zu erzielen ist eine Aufgabe, die Ackermann nach eigenen Worten "in einigen Jahren" zwar wieder für lösbar hält, die aber freilich seinem Nachfolger zufallen wird.

Der Autor schreibt für die in Frankfurt/Main erscheinende "Börsen-Zeitung".

(ots/Redaktion)


 


 

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