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Deutsche Bank unterstützt Streubomben-Hersteller L-3

Bankenkritiker werfen der Deutschen Bank vor, einen mutmaßlichen Hersteller von Streumunition in den USA finanziert zu haben. Und das, obwohl der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann zuvor versprochen hatte, solche Geschäfte zu beenden. Recherchen der Organisationen Facing Finance und Profundo widerlegen das, wie beide am Mittwoch mitteilten. Streumunition wird weltweit von vielen Staaten geächtet.

Von Roman Keßler

In einer Studie, die auf Daten von Finanzdienstleistern basiert, listen die Organisationen Kredite, Anleihen und Beteiligungen an mutmaßlichen Herstellern von Streumunition auf. Im Fokus steht dabei das US-Unternehmen L-3. Dieses habe kurz nach der Ausstiegsankündigung von der Deutschen Bank einen Kredit erhalten.

Zuletzt hatte Ackermann Anfang Februar gesagt, dass die Deutsche Bank das Problem angegangen sei. Nur einen Tag später habe sein Haus dann einen Kredit in Höhe von 47,5 Millionen Euro an L-3 vergeben, wirft ihm Facing Finance vor. Das "grenzt schon an Zynismus", sagte Thomas Küchenmeister, Koordinator bei Facing Finance. L-3 im US-Staat Ohio reagierte auf Anfragen nicht.

Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte neue Geschäftsbeziehungen. Allerdings habe L-3 zugesagt, so schnell wie möglich aus diesem Geschäftsbereich auszusteigen. Außerdem werde die Deutsche Bank bestehende vertragliche Verpflichtungen "selbstverständlich erfüllen".

Geschäftsbeziehungen belaufen sich auf 1,6 Milliarden Euro

Facing Finance will außerdem Geschäfte weiterer deutscher Banken festgestellt haben. Insgesamt belaufe sich das Marktvolumen in Deutschland auf bis zu 1,6 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank habe daran einen Anteil von fast 90 Prozent, erklärte Facing Finance. Auch die Commerzbank mische über ihr Investmentbanking mit.

"Bei den in der Studie genannten Positionen handelt es sich ausschließlich um im Kundenauftrag vorübergehend gehaltene Bestände unserer Filiale in New York aus üblichen Wertpapierleihegeschäften", sagte ein Sprecher der Commerzbank. Die Investmentbanker hielten also kurzfristig Aktien bekannter US-Unternehmen im Auftrag ihrer Kunden.

Die Deka-Bank prüft derzeit ein kleines Investment in Höhe von 2.000 Aktien in Samsung Techwin, einer Tochter des koreanischen Konzerns Samsung. Sollten sich Hinweise finden, dass Samsung Techwin in die Produktion von Landminen oder Streumunition involviert sei, würde sie für Investments gesperrt, sagte ein Sprecher. Die Deka sei deswegen mit Facing Finance im Dialog und habe in den vergangenen Jahren "große Schritte gemacht", um strittige Positionen abzubauen. Samsung Techwin konnte nicht erreicht werden.

(dapd )


 


 

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