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Deutsche Bank

Kritik wegen Finanzierung von Schrottimmobilien in Deutschland

Die Deutsche Bank soll in Deutschland umfangreich in die Finanzierung von Schrottimmobilien verwickelt sein. Nach Angaben der Redaktion des ARD-Magazins "Report Mainz" finanziert das Institut Eigentumswohnungen mit zum Teil hohen sechsstelligen Summen, die sich für Klein- und Normalverdiener nach dem Kauf als in keiner Weise werthaltig erweisen und im Extremfall sogar unverkäuflich sind

In einem Beitrag schildert zum Beispiel eine Familie den Kauf einer Eigentumswohnung in Berlin, die nicht vermietbar gewesen sei, seitens der Deutschen Bank aber mit 300.000 Euro finanziert wurde. Beim Verkauf nur wenige Monate später erzielte die Familie gerade mal etwas mehr als 50 Prozent der Kreditsumme.

In Leipzig hat die Deutsche Bank nach Angaben von Report Mainz  kleine Eigentumswohnungen mit 120- bis 140.000 Eurokreditiert, die Makler heute aufgrund der schlampig sanierten Bausubstanz, ihrer Lage und Ausstattung für "absolut unverkäuflich" halten. Zahlreiche Geschädigte berichteten der ARD, dass die Deutsche Bank weder verhandlungs- noch vergleichsbereit gewesen sei, sondern auf der uneingeschränkten Erfüllung ihrer Kreditforderungen bestanden habe. 

Anwalt: Mehrere Tausend Schrottimmobilien im Portfolio

Eine Erfahrung, die der Göttinger Rechtsanwalt Reiner Fuellmich bestätigt. Seine fast 20-jährigen Beobachtungen in Hunderten von Prozessen um Schrottimmobilien mit der Deutschen Bank schildert er im Film so: "Die einzige Bank, die bisher völlig rücksichtslos war, sowohl in dem Vertriebsgeschehen als auch vor Gericht, als auch bei Vergleichsverhandlungen, das ist die Deutsche Bank. Die, das wird man sagen können, presst ihre Kunden bis zum letzten Blutstropfen aus, bevor sie auch nur ansatzweise über einen Vergleich nachdenkt." Seiner Schätzung nach hat die Deutsche Bank mehrere Tausend Schrottimmobilien im Portfolio.

Wie viele es tatsächlich sind, lässt sich nicht beziffern. Die Deutsche Bank hat genaue Auskünfte auf entsprechende Anfragen der ARD verweigert. Auf Fragen, wie viele dieser Schrottimmobilien sie finanziert habe, wie viele als unverkäuflich gelten, wie viele Beschwerden es gibt und wie viele Prozesse anhängig sind, hat die Deutsche Bank keine Antwort gegeben. Auch ein TV-Interview mit einem ihrer Vorstände zum Thema wurde abgelehnt. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es lediglich: "Grundsätzlich bleiben wir mit Kreditnehmern ... im Gespräch, um zufriedenstellende und auch kulante Lösungen zu finden."

Die von der Deutschen Bank finanzierten Eigentumswohnungen werden häufig über sogenannte Strukturvertriebe an die Kleinanleger gebracht. Diese Firmen entstammen laut ARD zuweilen auch dem kriminellen Milieu. Der Film schildert entsprechende Beispiele. Außerdem thematisiert er ein entsprechendes Urteil des Landgerichtes Berlin vom Sommer dieses Jahres. Das hatte mehrere Angeklagte zu langjährigen Haftstrafen wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges verurteilt. Die Kammer stellte dabei fest, so der Sprecher des Landgerichtes, Tobias Kaehne, im Interview mit der ARD, dass die Banken "ihren Prüfungspflichten praktisch gar nicht nachgekommen sind oder jedenfalls in völlig unzureichender Weise und dass dieses Betrugssystem ohne die Mitwirkung der Banken sicherlich nicht funktioniert hätte."

Die Sendung "Exclusiv im Ersten: Abgezockt statt abgesichert - das schmutzige Geschäft mit Schrottimmobilien" wird am Montag, den 17. September 2012 um 21:50 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Der Film wurde von Oliver Heinsch, Ulrich Neumann und Thomas Schneider zusammengestellt.


(Redaktion)


 


 

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