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Arbeitsniederlegung möglich

Fluglotsen stimmen mit großer Mehrheit für Streiks

Die Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung haben im Streit um Gehälter und Arbeitsbedingungen grünes Licht für Streiks gegeben. Eine Urabstimmung brachte 95,8 Prozent Zustimmung bei einer Beteiligung von 92,1 Prozent, wie die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) am Montag in Frankfurt am Main mitteilte.

Von Caroline Schulke

Der Bundesvorstand will aber erst am Dienstag, den 2. August 2011, über das weitere Vorgehen entscheiden. Dann will er auch ein neues Angebot bewerten, das die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Wochenende vorgelegt hatte.

Der GdF-Vorsitzende Michael Schäfer sprach von einer überwältigenden Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen. Zum Angebot der DFS wollte er inhaltlich nicht Stellung beziehen. Der im Vorstand der Gewerkschaft für Tarifpolitik zuständige Markus Siebers sagte, es werde damit gerechnet, dass die DSF von der Möglichkeit Gebrauch mache, jederzeit eine Schlichtung mit Friedenspflicht anrufen zu können. Das würde Streiks um mehrere Wochen aufschieben. Die Gewerkschaft sei aber auch darauf vorbereitet, dass der Arbeitgeber die Option nicht ziehe.

GdF-Sprecher Matthias Maas appellierte an die Deutsche Flugsicherung, eine Schlichtung nicht kurz vor Streikbeginn einzuberufen, um Zeit für Planung zu lassen. Die GdF habe sich verpflichtet, Streikmaßnahmen mindestens 24 Stunden vorher anzukündigen. Bisher habe es immer spätestens bei einer Schlichtung eine Einigung gegeben, gestreikt worden sei abgesehen von der Unterstützung bei einem örtlichen Konflikt in Stuttgart nie.

DFS will Entscheidung der Gewerkschaft abwarten

Nach ihrem neuen Angebot hoffe die DFS, den drohenden Streik abwenden und an den Verhandlungstisch zurückkehren zu können, sagte eine Sprecherin auf dapd-Anfrage. Der Arbeitgeber wolle die Entscheidung der Gewerkschaft abwarten, bevor über weitere Schritte entschieden werde.

Die GdF fordert für ihre bundesweit rund 5.500 Mitarbeiter 6,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Ihre etwa 2.600 stimmberechtigten Mitglieder waren in den vergangenen vier Wochen zur Urabstimmung aufgerufen, nachdem die Gewerkschaft das Scheitern der Verhandlungen erklärt hatte.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) bietet nach eigenen Angaben jetzt ab 1. August 2011 eine Erhöhung um 3,2 Prozent an. Weitere 2,0 Prozent oder mindestens der Inflationsausgleich kämen danach ab dem 1. November 2012 hinzu. Das neue Angebot sieht zudem zum 1. August 2011 eine Einmalzahlung von 0,8 Prozent vor.

(dapd )


 


 

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