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Deutsche Solarwirtschaft

Krise der Branche hat sich 2012 verschärft

Für die deutsche Solarwirtschaft war 2012 ein finsteres Jahr. Der Niedergang der Branche setzte sich unvermindert fort. Immer mehr Firmen gerieten im Laufe des Jahres in den Abwärtsstrudel, für den die Unternehmen vor allem einen steigenden Preisdruck durch billige Konkurrenz aus China sowie Förderkürzungen verantwortlich machen.

Von Kai Portmann

Viele Firmen und Tausende Arbeitsplätze fielen der Krise zum Opfer, andere wurden durch ausländische Geldgeber vor dem Aus bewahrt.

Im April meldete zum Beispiel der Solarzellenhersteller Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen Insolvenz an. Nach Monaten des Bangens gelang im August die Rettung des einstigen Vorzeigeunternehmens der ostdeutschen Solarwirtschaft in Sachsen-Anhalt. Die südkoreanische Hanwha-Gruppe, einer der größten Konzerne des Landes, übernahm Q-Cells und sagte zu, 1.300 von weltweit 1.500 Stellen zu erhalten.

Firmen wie Centrosolar, ein Spezialist für kleine und mittlere Dachanlagen aus München, oder die Bosch-Tochter Aleo Solar häuften immer höhere Verluste an und kappten ihre Prognosen ein ums andere Mal. Der angeschlagene Hamburger Solarkonzern Conergy geriet mitten auf seinem Sanierungsweg wieder unter Druck. Im Oktober war zum zweiten Mal binnen zwei Jahren das Conergy- Eigenkapital von knapp 160 Millionen Euro um mehr als die Hälfte aufgezehrt.

SMA Solar rechnet bestenfalls mit ausgeglichenem Ergebnis

SMA Solar aus dem hessischen Niestetal konnte der Branchenkrise lange Zeit trotzen. Bislang blieb der weltweit größte Hersteller von Wechselrichtern für Solaranlagen noch in den schwarzen Zahlen. Doch inzwischen rechnet die Firma für 2013 bestenfalls mit einem ausgeglichenen Ergebnis.

Auch der einstige deutsche Branchenprimus Solarworld konnte sich dem Abwärtssog nicht entziehen. Der Preisverfall in der Branche ließ den Umsatz des Bonner Konzerns einbrechen und die Verluste wachsen. Gemeinsam mit anderen darbenden europäischen Solarfirmen geht Solarworld als Initiative EU Prosun inzwischen bei der Europäischen Kommission in Brüssel juristisch gegen angeblich unerlaubtes Preisdumping und unfaire Staatssubventionen in China vor.

Das ist jedoch selbst in der deutschen Solarwirtschaft umstritten. Denn viele Firmen hierzulande hängen von chinesischen Zulieferern ab oder hoffen auf Investoren aus China. Zudem schlägt die Pekinger Regierung mit rechtlichen Mitteln und eigenen Beschwerden zurück und droht mit einem Handelskrieg.

Symptomatisch für den Zustand der deutschen Solarwirtschaft ist der im Oktober verkündete Ausstieg des Siemens-Konzerns aus dem verlustreichen Geschäft mit Sonnenenergie. Stattdessen will sich Siemens bei den erneuerbaren Energiequellen lieber auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren.

(dapd)


 


 

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