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Deutsche Telekom

Konzern kämpft mit Milliardenverlust

Bitterer Abschied für René Obermann: Milliardenabschreibungen auf das kriselnde USA-Geschäft haben der Deutschen Telekom 2012 den ersten Jahresverlust seit einem Jahrzehnt beschert.

Von Erich Reimann

Unter dem Strich musste der scheidende Telekom-Chef in der letzten von ihm präsentierten Bilanz die Verantwortung für einen Verlust von rund 5,3 Milliarden Euro übernehmen. Der Konzernumsatz lag dabei 2012 mit 58,2 Milliarden Euro um 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Trotz des Milliardenverlustes hält die Telekom aber an ihren ehrgeizigen Investitionsplänen fest. Obermann, der das Unternehmen zum Jahresende nach mehr als sieben Jahren an der Konzernspitze verlässt, betonte: "Der Milliardenfehlbetrag ist nicht das, was er im Namen trägt: Uns fehlen keine Mittel, um die Entwicklung des Konzerns voranzutreiben." Der Konzern werde seine Investitionen wie angekündigt in den nächsten drei Jahren massiv ausweiten und nahezu 30 Milliarden Euro vor allem in die Netze und die Märkte investieren.

Durch die Investitionsoffensive will die Telekom nach Jahren schrumpfender Umsätze 2014 erstmals wieder wachsen. "Wir stemmen uns in Europa erfolgreich gegen einen brutalen Branchentrend", sagte Obermann selbstbewusst.

T-Aktie gab nach

Auslöser für den Milliardenverlust im vergangenen Jahr waren Wertberichtigungen in Höhe von 7,4 Milliarden Euro bei der Krisentochter T-Mobile USA. Sie waren nötig geworden, weil der Konzern das US-Geschäft mit dem Konkurrenten MetroPCS fusionieren will. In den Verhandlungen wurde der Wert von T-Mobile USA aber deutlich niedriger angesetzt, als er bislang in den Büchern der Bonner stand. "Wir haben diesen Effekt bewusst in Kauf genommen, weil wir von den Vorteilen der Übernahme der MetroPCS überzeugt sind", sagte Obermann.

Doch auch im Tagesgeschäft wehte dem Telekommunikationsriesen der Wind ins Gesicht. Sowohl im Deutschland-, als auch im Europageschäft musste die Telekom Umsatz- und Ergebniseinbußen hinnehmen. Auf dem Heimatmarkt verlor der Konzern nicht nur im "klassischen" Festnetzgeschäft Kunden. Der harte Preiskampf sorgte auch für rückläufige Serviceumsätze im Mobilfunk. Wachstum kam dagegen vor allem vom mobilen Internet, dem Geschäft mit schnellen Glasfaseranschlüssen und dem webbasierten Fernsehangebot Entertain.

Auch in den USA ging Umsatz und Gewinn um Wechselkurseffekte bereinigt zurück. Allerdings hofft die Telekom hier durch die Fusion mit MetroPCS und eine Einigung mit Apple über den Vertrieb des iPhones auf eine Trendwende.

Für das laufende Jahr erwarten die Bonner einen bereinigten operativen Gewinn ( Ebitda ) von 17,4 Milliarden Euro. Das wären rund 600 Millionen Euro weniger als 2012. Bei einem erfolgreichen Zusammenschluss mit MetroPCS könnte das Ergebnis allerdings auf bis zu 18,4 Milliarden Euro steigen, hieß es weiter.

An der Börse verlor die T-Aktie am Donnerstag bis gegen 14.30 Uhr knapp ein halbes Prozent auf 8,20 Euro.

(dapd)


 


 

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