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Sonderausschüttung und Aktienrückkauf

Deutsche Börse will ihre Aktionären nach Fusions-Pleite verwöhnen

Die Deutsche Börse hat von den Schwankungen an den Finanzmärkten stark profitiert. Weil an den Aktienmärkten gehandelte Papiere in den Krisenzeiten häufig gekauft und verkauft wurden, strich das Unternehmen im vergangenen Jahr hohe Gebühren ein. Nach dem geplatzten Zusammenschluss mit der New Yorker NYSE Euronext sitzen die Frankfurter jetzt auf viel Barem.

Von Roman Keßler

Im vergangenen Jahr "haben wir die besten Umsatzerlöse in der Unternehmensgeschichte nach dem Rekordjahr 2008 erzielt", sagte der Vorstandsvorsitzende Reto Francioni am Montag anlässlich der Veröffentlichung der Jahresbilanz für 2011. "Die Geschäftszahlen spiegeln Wachstum in allen Geschäftsbereichen und die Fortführung eines effektiven Kostenmanagements wider."

Es sei Unternehmensphilosophie, überschüssiges Geld den Anteilseignern zukommen zu lassen, hieß es weiter. Deshalb plant der Vorstand nun ein Verwöhnprogramm für seine Aktionäre. Den Eigentümern soll eine Sonderdividende zufließen.

Diese Ausschüttung werde aus zwei Teilen bestehen: Der regulären Dividende von 2,30 Euro, was bereits einem Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspreche, und einer Sonderdividende in Höhe von 1,00 Euro. Zudem will das Unternehmen im zweiten Halbjahr eigene Aktien im Umfang von bis zu 200 Millionen Euro zurückkaufen, was den Aktienkurs in die Höhe treiben dürfte.

Die Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zu 2010 um sechs Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss des Konzerns stieg um 15 Prozent auf 833 Millionen Euro nach Abzug der Kosten für den geplanten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext, die mit rund 83 Millionen Euro zu Buche schlugen.

EU verhinderte Fusion Deutsche Börse / NYSE

Der Zusammenschluss der Deutschen Börse und der New Yorker NYSE Euronext war Anfang Februar von der EU-Kommission verhindert worden. Analysten halten die Börse aber auch allein für sehr profitabel. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) äußerte sich am Montag positiv zu den Geschäftsaussichten der Deutschen Börse. Trotz der gescheiterten Übernahme sei die Börse "stark", schrieb S&P kurz vor der Veröffentlichung der Bilanz des Dax-Unternehmens.

"Obwohl der geplante Zusammenschluss viel Zeit gekostet hat, wurden im vergangenen Jahr wichtige Entscheidungen getroffen", sagte S&P. Als Beispiele nannte die Agentur die Partnerschaft mit der brasilianischen Cetip und neue Produkte der Tochter ISE in den USA. Deshalb belasse S&P es bei dem zweifachen A- Rating .

Zur künftigen Ausrichtung der Börse wollte der Vorstand am Dienstag in Frankfurt am Main bei einer Pressekonferenz Einzelheiten nennen. Die Dividende und der Aktienrückkauf bedürfen noch der formellen Zustimmung des Aufsichtsrats. Der habe jedoch "bereits seine Unterstützung ausgedrückt", hieß es in einer Verlautbarung. Außerdem muss noch die Hauptversammlung am 16. Mai dem Vorhaben beipflichten.

(dapd )


 


 

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