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Weitere Streiks Mitte März erwartet

Verdi plant Warnstreiks in ganz Deutschland

Die Bürger müssen sich auf Wartezeiten im Nahverkehr, bei Behördengängen und der Müllabfuhr einstellen. Die Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst solle im Lauf der Woche das ganze Land erfassen, kündigte die Gewerkschaft ver.di an. Als erste bekamen das am Montag Eltern und Pendler im Rhein-Main-Gebiet zu spüren.

Von Roman Keßler

In Frankfurt, wo sich sonst Bankangestellte und Stewardessen am Bahnsteig drängen, blieben die Haltestellen der städtischen U-Bahnen und Straßenbahnen am Morgen verwaist. Die Pendler nahmen die Störung auf dem Weg zur Arbeit gelassen. Sie liefen zur Arbeit oder setzten sich zum ersten Mal dieses Jahr aufs Fahrrad.

Es war bereits der dritte Ausstand innerhalb weniger Wochen, mit dem die Region zu kämpfen hatte. Zuvor hatten bereits Busfahrer für mehr Lohn gestritten und Lotsen den nahen Flughafen lahmgelegt.

"Ich kann das verstehen, aber langsam nervt es ein wenig", sagte ein Pendler. Immerhin habe die Gewerkschaft den Warnstreik rechtzeitig angekündigt, so dass sich alle darauf einstellen konnten. Auch Eltern, die ihre Kinder in städtischen Tagesstätten abgeben wollten, mussten sich auf Einschränkungen einstellen. "Bisher haben wir keine Beschwerden erhalten", sagte eine Sprecherin des Frankfurter Sozialdezernats. Alle seien schon vor dem Wochenende informiert worden. Mache Kindergärten hätten auch mit weniger Mitarbeitern die Betreuung aufrechterhalten.

Verdi will Warnstreiks ausweiten

Was das Rhein-Main-Gebiet am Montag erlebte, will die Gewerkschaft im Laufe der Woche auf ganz Deutschland ausweiten. Schon am Dienstag geht es in Baden-Württemberg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern weiter. In der Pfalz sollen dann ein Bundeswehr-Standort in Bad Bergzabern bestreikt werden. Für Mittwoch sind Ausstände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geplant. Unter anderem wollen Kindergärtnerinnen im Kreis Sächsische Schweiz und Erzgebirge die Arbeit niederlegen.

Am Donnerstag und Freitag erfasst die Streikwelle dann Niedersachsen und Bremen. Auch die Hessen müssen sich dann wieder auf Arbeitskämpfe einstellen. Die Streikleitungen in Bayern und Nordrhein-Westfalen beraten gegenwärtig über ihre Aktionen.
Öffentlicher Dienst soll 6,5 Prozent mehr Geld bekommen

Mit den Arbeitsniederlegungen will ver.di der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Gehalt Nachdruck verleihen. Das hatten die Arbeitgeber ohne Gegenangebot abgelehnt. Die nächste Verhandlung ist für den 12. und 13. März angesetzt. Auch um diesen Termin herum dürfte es wieder zu Warnstreiks kommen, hieß es von Gewerkschaftsseite.

Nicht überall werden die Bürger etwas von den Streiks mitbekommen. Zwar bildeten sich beispielsweise in Frankfurt vor den Ämtern kleine Schlangen - was in der Verwaltung passiert, bleibt aber ohne direkte Auswirkungen. "Wenn im Kassen- und Steueramt jemand streikt - das merkt kein Mensch. Dann kommt der Bescheid halt etwas später", sagte ein Sprecher der Stadt Frankfurt. "Vielfach sitzen ja Beamte da, die machen die Arbeit dann eben mit."

(dapd )


 


 

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