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Die 4-Stunden Woche (Tim Ferriss)

Chefs aufgepasst! Angestellte und Mitarbeiter dürfen dieses Buch auf keinen Fall zu lesen bekommen, denn sonst sitzen Sie am Ende ganz alleine im Büro. Autor Ferriss, der sich selbst als "neuen Reichen" tituliert, beschreibt in seinem fulminanten Werk, wie aus Angestellten Unternehmer werden, die mit nur ein paar Stunden Aufwand pro Woche locker ihren Lebensunterhalt verdienen und obendrein noch Spaß am Leben gewinnen.

Ferriss nennt seinen Weg zum Erfolg schlicht und einfach: DEAL (definieren, eliminieren, automatisieren, liberalisieren). Im Buch folgt er diesen Schritten und stellt sie einzeln vor, wobei der erste Part sicherlich der stärkste ist. In eindrucksvollen Worten beschreibt er, warum sich Angestellte und Unternehmer nicht den Rest ihres Lebens darauf versteifen sollten, immer mehr Geld zu verdienen und die Annehmlichkeiten des Lebens erst im Ruhestand zu genießen. Ferriss' verlockende Botschaft: Tu' es jetzt und tu' es sofort! Ferriss und die neuen Reichen träumen aber nicht von einem endgültigen Ausstieg, sondern geben sich mit Mini-Ruheständen (Musen) zufrieden.

Der zweite Abschnitt versammelt schon bekannte Gedanken zum effizienten Zeitmanagement, garniert mit Episoden aus Ferriss' eigenem unorganisierten und gesundheitsschädlichem Alltag als Jung-Unternehmer. Wie bei amerikanischen Autoren üblich, werden die Kapitel jeweils mit "Fragen & Antworten" zum vorhergehenden Inhalt, Online-Tools und Tricks sowie praktischen Übungen beschlossen. Diese haben es in sich: Unter dem Titel "Raus aus der Komfortzone" empfiehlt der Autor beispielsweise, sich zur Entspannung auf einen öffentlichen Platz zu legen.

Überzeugend vermag Ferriss seinen Lesern dazubringen, welche Vorteile "Automatisierungen" im Alltag bringen. So beleuchtet er Beispiele von "Neuen Reichen", die ihren Urlaub durch ein Call-Center in Indien buchen lassen oder gleich den gesamten Kundenkontakt nach Bangalore outsourcen. Im Endeffekt kann also jede/r Einzelne der Globalisierung ein Schnippchen schlagen, in dem Währungs- und Zeitdifferenzen zum eigenen Vorteil genutzt werden. Besonders glaubhaft wirkt das Buch, wenn Ferriss Tipps zum Aufbau eines automatisierten Unternehmens oder der Entwicklung von Produkten gibt. Alle Links und Hinweise sind für Deutschland und den deutschsprachigen Raum entsprechend angepasst und aktualisiert worden.

Glaubhaft bleibt Ferriss auch im letzten Teil, wenn er seine Leser an die Hand nimmt und detailiert beschreibt, wie Chefs die Arbeit im Home Office - Grundlage für alle neuen Reichen - schmackhaft gemacht werden kann und wie der Absprung zu einem ausgedehnten Mini-Ruhestand von ein paar Monaten letztlich gelingt.

Trotz aller Kritik - nicht jeder will Unternehmer werden, ausgedehnt reisen oder die Dienstleistungsindustrie in der Dritten Welt unterstützen - hat das Buch seine Berechtigung. Wer arbeitet, um zu leben, bekommt mit diesem Werk interessante Anregungen, wie mit gewohnten Denkweisen zu brechen ist. Ferriss mag zwar ein irgendwie getriebener, typisch amerikanischer Selfmade-Unternehmer sein, dennoch hat er etwas in seinem Leben über Bord geworfen, was die Leser bei der Lektüre wohl immer wieder beschleicht: die Angst zu scheitern.

(Redaktion)


 


 

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