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Meinungen zum Tarif-Schlichterspruch im öffentlichen Dienst

Der Schlichterspruch im Tarifstreit zwischen Verdi und den Arbeitgebern im öffentlichen Dienst wurde weitestgehend positiv aufgenommen. Demnach erhalten die Beschäftigten rückwirkend zum 1. Januar 1,2 Prozent mehr lohn und gestuft bis Sommer 2011 eine Lohnerhöhung von 2,3 Prozent. Eine Auswahl von Medienstimmen präsentieren wir Ihnen hier.

Stuttgarter Nachrichten: zu Schlichterspruch im öffentlichen Dienst

Stuttgart. Es wird in Potsdam letzten Endes wohl wieder mal vor allem darum gehen, dass es jeder Seite gelingt, das Gesamtpaket in ihrem Sinne schönzurechnen. Dass vor allem die Kommunen unterm Strich dennoch einen Betrag aufbringen müssen, der ihre Haushalte empfindlich treffen wird, scheint unvermeidlich. Doch es geht an diesem Wochenende um mehr als nur ums Geld. Es geht um wirtschaftliches Augenmaß und politische Verantwortung. Die Schlichter haben beiden Seiten eine goldene Brücke gebaut.

Westfalenpost: Ein guter Kompromiss

Hagen. (Von Lorenz Redicker) 31 Stunden ohne Unterbrechung hat die Schlichtungskommission getagt. Es war der Mühe wert, das Ergebnis hat gute Chancen, die Tarifrunde im öffentlichen Dienst zum Abschluss zu führen. Natürlich: 1,2 - 0,6 - 0,5 Prozent, solche Zahlen lassen das Gewerkschafterherz nicht eben höher schlagen. Und selbst in der Addition ist der Lohnzuschlag noch weit entfernt von der markigen 5-Prozent-Forderung, mit der die Gewerkschaften in diese Tarifgespräche gegangen sind. Selbst die Metaller haben ja, wenn auch erst ab April 2011, ein Plus von 2,7 Prozent ausgehandelt. Ein großer Schluck aus der Lohnpulle jedenfalls sieht anders aus. Aber da gibt es ja noch die kräftige Einmalzahlung, die Übernahmezusage für Auszubildende, die Altersteilzeit, die Verdi & Co auf der Habenseite verbuchen dürfen. Bund und Kommunen umgekehrt können aufatmen ob der moderaten Lohnsteigerung, der langen Laufzeit und höherer Leistungsanreize. Wer nun gewonnen, wer verloren hat, lässt sich also schwer ausmachen, und das gerade spricht ja für einen guten Kompromiss. Kommt es am Wochenende zur Einigung, dürfen sich die Bürger als Sieger fühlen: Sie bleiben von einem Streik verschont. Der Müll wird abgeholt, Busse und Bahnen fahren und auch die Kitas - Gott sei dank, man denke an das vergangene Jahr! - öffnen

Rheinische Post: Verdis trübe Bilanz

Düsseldorf. (Von Antje Höning) Der Krach, den eine Gewerkschaft bei Tarifverhandlungen schlägt, ist meist umgekehrt proportional zum Ergebnis, das sie erreicht. Das gilt einmal mehr für die Gewerkschaft Verdi. Sie hatte mit ihrem Warnstreik Pendler, Kinder und Eltern in Geiselhaft genommen, um für ein sattes Lohnplus bei Bund und Kommunen zu trommeln. Was hat Verdi erreicht? 2,3 Prozent mehr Lohn über zwei Jahre verteilt. Das ist nicht mehr, als die IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie rausholte, die in diesem Jahr ohne (überhöhte) Lohnforderung, ohne Streik und ohne Schlichter ausgekommen ist. Gleichwohl sollte Verdis Tarifkommission den Schlichterspruch annehmen. Mehr werden die Kommunen ohnehin nicht zahlen. Viele Städte stehen am Rand der Pleite, und die krisenbedingten Steuerausfälle werden erst jetzt richtig zu Buche schlagen. Für diese Städte sind 2,3 Prozent schon schwer verdaulich. Umso schlimmer, dass der Tarifvertrag ihnen keine Luft zum Atmen gibt. Not leidende Chemie- und Metall-Betriebe dürfen Arbeitzeiten kürzen oder Weihnachtsgeld stunden. Kommunen dürfen nur zahlen oder Stellen streichen. Hier müssen sich auch die Arbeitgeber fragen lassen, warum sie so phantasielos verhandelt haben.

(Redaktion)


 


 

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