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Meinungen zum Wechsel des Politikers Althaus zu Magna

Der Wechsel von Dieter Althaus (CDU) zum Autozulieferer Magna hat ein breites Echo iin den Medien ausgelöst. Neben Parteinahme für Magna während seiner Amtszeit Als Ministerpräsident von Thüringen, steht bei den Kommentatoren insbesondere der erneute Wechsel eines Politikers in die Wirtschaft im Vordergrund.

Neue Westfälische:  Althaus geht zu Magna – Das Netz

Bielefeld. (Von Michael Kaiser) Manchmal ist es ganz praktisch, Politiker zu sein. Zum Beispiel, wenn man eigentlich abgewirtschaftet hat, die Karriere zum Stillstand gekommen ist und man für den zumeist gut dotierten Ruhestand noch zu jung ist. Dann ist es hilfreich, mal den alten Rolodex rotieren zu lassen, ob sich unter den Kontakten aus der aktiven Zeit nicht einer findet, der bei der Resozialisierung assistiert. Oder es geht andersrum: In der Chefetage eines Konzerns wird überlegt, wie sich die Lobbyarbeit - will sagen: politische Einflussnahme - verbessern ließe. Und irgendein Berufspolitiker ist doch immer verfügbar. Falls er nicht ohnehin schon in der einen oder anderen Weise auf der Payroll steht. Diese Kaste zählt viele Köpfe - jeglicher Couleur. Natürlich darf es kein Berufsverbot für abgehalfterte ehemalige Politgrößen geben, schließlich muss die freie Berufswahl auch für sie gelten. Aber ein gewisses Geschmäckle bleibt immer, wenn die übergroße Nähe von Kapital und Politik allzu deutlich wird. Falls einer oder eine aus der politischen Elite schon mal ins Straucheln kommt, dann fällt er oder sie garantiert weich. Das Netzwerk ist dicht gewebt und gut gepflegt. Man kennt sich, man hilft sich. Da kassieren Landespolitiker üppige Zahlungen von einem Energiekonzern für wenige Minuten körperlicher Anwesenheit. Da kaufen sich Hotelunternehmer bei der FDP eine Steuererleichterung. Manchmal ist die Realpolitik noch viel absurder, als ein Kabarettist es sich ausdenken könnte.

Kölner Stadt-Anzeiger: Althaus unterstützte Magna schon während seiner Amtszeit als Ministerpräsident

Köln.Thüringens ehemaliger Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat an seiner Sympathie für den Autozulieferer Magna schon während seiner Amtszeit keinen Zweifel gelassen und ihm im Wettstreit mit anderen Investoren um die Übernahme von Opel stets den Vorzug gegeben. Dies geht nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeiger" aus seiner Internetseite hervor. Dort setzte Althaus eine ganze Reihe einschlägiger Twitter-Meldungen ab. Am 10. September schrieb er: "Opel-Verkauf an Magna. Erfolgreicher Einsatz für Eisenach, gute Zukunft für Mitarbeiter und Zulieferer. Dank allen Unterstützern." Am 27. August: "Klare Perspektive: Mein Einsatz für Opel Eisenach und Magna. Aber alle Unternehmen in TH können sich auf meine Unterstützung verlassen!" Am 17. Juli: "Klaren Kurs bei Opel halten. Magna hat überzeugendes Konzept für Übernahme vorgelegt. Neue Investorenideen nicht überzeugend." Am 2. Juni: "Gutes, offenes Gespräch bei Opel Eisenach. Magna bedeutet Sicherheit und Ausbauperspektive." Am 30. Mai: "Endlich! Rettungskonzept für Opel steht. Magna steigt ein. Gute Nachricht für Eisenach. Der Standort erhält eine erweiterte Perspektive." Am 22. Mai: "Nach Opel-Spitzengespräch: Mit Magna wird jetzt verhandelt, bisher überzeugendes Konzept." Den Vorwurf, seine neue Tätigkeit bei dem Konzern, sei eine Belohnung für die Unterstützung, weist Althaus zurück.

Mitteldeutsche Zeitung: Wechsel in die Wirtschaft

Halle.  Thüringens ehemaliger Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) rechnet angesichts seines Wechsels zu Magna nicht mit einer späteren Rückkehr in die Politik. "Im Moment sehe ich das nicht", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung". "Ich gehe jetzt den Weg mit Magna. Ich sehe im Moment keine anderen Perspektiven. Das ist ein neuer Lebensabschnitt mit einem neuen Aufgabenfeld." Ein Wechsel in die Bundespolitik sei nicht ernsthaft in Betracht gekommen, erklärte Althaus weiter: "Ich habe mit der (CDU-Bundesvorsitzenden (Angela Merkel) intensiv gesprochen. Aber ein Wechsel in die Bundespolitik war nicht vorstellbar. Deshalb ist der Umstieg in die Wirtschaft eine tolle Chance. Ich bin dankbar, dass ich das mit ganzer Kraft machen kann." Sein neuer Job lasse sich "mit einer aktiven Politik im Landtag nicht vereinbaren", betonte der CDU-Politiker. "Ich muss meine Kräfte konzentrieren." Althaus zufolge hat sich der Wechsel nach seinem Rückzug vom Amt des Ministerpräsidenten in den Monaten Oktober und November "angebahnt". Die Zeit seit der Wende 1990 sei im Übrigen "eine tolle Zeit" gewesen, "die ich mitgestalten durfte", betonte er. "Was wir geschaffen haben, kann sich sehen lassen. Das bleibt." Den Vorwurf des Thüringer Linksfraktionschefs Bodo Ramelow, die neue Aufgabe bei Magna sei Lohn für die Subventionen, die das Unternehmen unter Althaus' Ägide bekommen habe, wies dieser zurück: "Ich teile weder die politischen Vorstellungen von Herrn Ramelow noch seine abstrusen Bemerkungen zu meinem Wechsel zu Magna", sagte er der in Halle erscheinenden Zeitung. "Magna möchte die Durchlässigkeit von Politik und Wirtschaft. Deswegen ist Magna auf mich zugegangen. Ich finde das eine ganz normale und richtige Entwicklung."

(Redaktion)


 


 

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