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16. Internationales Filmfest Oldenburg

"Distanz" holt den Titel und "Scissu" schafft es nach Montreal

Das 16. Internationale Filmfest Oldenburg ging am Sonntagabend mit der Verleihung der "German Independence Awards" im Oldenburger Cinemaxx zu Ende. Nach Angaben der Veranstalter nutzten etwa 15.000 Besucher die Gelegenheit, insgesamt 76 Filme aus 20 Ländern zu besuchen. Mehrere Filme wurden dabei wieder mit Begeisterung vom Publikum aufgenommen. Eine Retrospektive war gleichzeitig dem brasilianischen Filmemacher Bruno Barreto gewidmet.

Gewinner des German Independence Award "Bester Deutscher Film" wurde Thomas Siebens mit Ken Duken und Franziska Weisz prominent besetztes Drama "Distanz". Die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde von Oldenburgs Oberbürgermeister Prof. Dr. Gerd Schwandner und den Mitgliedern der internationalen Jury, Buddy Giovinazzo, Sylvia Caminer, Chris Gore und Patrick Cassavetti, überreicht. Hauptdarstellerin Franziska Weisz, Hauptdarsteller Ken Duken, der auch als Produzent tätig war, und der Produzent Norbert Kneißl nahmen unter großem Beifall den Preis entgegen. Ken Duken freute sich später im Foyer des Oldenburger  mit Freunden über den Titel. Er war kurzfristig zur Preisverleihung angereist und musste wegen Terminen kurz darauf wieder weiter.

Aus der Jurybegründung: Eindrucksvoll erzählt der Film die Geschichte eines desozialisierten jungen Mannes, der zum Amokläufer wird. Die fragile Liebe zu einer gleichfalls sozial isolierten jungen Frau ist für ihn die letzte Chance auf Reintegration ins gesellschaftliche Leben. In der Jurybegründung heißt es: "Distanz' überzeugt mit intensivem Spiel und einer eindringlichen Kameraführung. Es ist ein Film ohne Verachtung, sondern mit viel Menschlichkeit, der kontrastiv zwischen Liebesgeschichte und Gewalt eine unvorhersehbare Geschichte erzählt. Ihm gelingt das schwierige Kunststück, Empathie für einen Soziopathen aufzubringen." Eine lobende Erwähnung erhielt "Liebeslied" von Anne Hoegh Krohn mit Jan Plewka und Nicolette Krebitz in den Hauptrollen.

Publikumspreis für "Made in China" von Judith Krant

Das Publikum kürte im Laufe des Filmfestes den Film"Made in China" der amerikanischen Regisseurin Judith Krant zum Publikumsliebling. Judith Krant nahm den German Independence Award - Publikumspreis von Peter Göttelmann, Marketingchef der EWE, entgegen.

Aus der Jurybegründung: "Made in China" ist eine skurrile Komödie über einen amerikanischen Scherzartikelerfinder, der auf der Suche nach Investoren durch Shanghai irrt. Der vom Energieversorger  EWE gesponserte Preis ist mit 4.000 Euro dotiert.

"Mute" und "Scissu" beste Kurzfilme

Bei einem Kinobrunch im Oldenburger Theater Laboratorium wurden am Sonntagmittag die mit jeweils 500 Euro dotierten deutschen bzw. internationalen Kurzfilmpreise bekannt gegeben: Den Preis in der Kategorie "bester fremdsprachiger Kurzfilm" gewann "Mute" von Hassan Said. "Scissu" von Tom Bewilogua gewann in der Kategorie bester deutsprachiger Kurzfilm. Diesem winkt nun noch eine weitere Festivalteilnahme: Sein Film wird im Oktober im Wettbewerb des Festivals du Nouveau Cinéma de Montréal gezeigt. Gewinnt er hier den Preis als bester Kurzfilm, qualifiziert er sich automatisch für eine Oscar-Nominierung.

Abschluss mit Premiere von "Uncertainty"

Seinen Abschluss feierte das 16. Internationale Filmfest Oldenburg mit der Deutschlandpremiere von "Uncertainty". Scott McGehee und David Siegel, denen das diesjährige Tribute gewidmet ist, thematisieren in ihrer temporeichen Mischung aus Thriller und Familiendrama das Leben eines jungen Paares, das durch einen Dschungel vielfältiger Entscheidungen und weit reichender Konsequenzen gehetzt wird.

(Redaktion)


 


 

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