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Luftverkehrsbericht 2008/09

Der Luftverkehr in Deutschland wegen Krise mit zweistelligem Minus

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit dem jetzt veröffentlichten Luftverkehrsbericht 2008/09 seine jährlich erscheinende Analyse des deutschen Luftverkehrs fortgesetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beschreibung und Bewertung der Luftverkehrsentwicklung vor dem Hintergrund der internationalen Wirtschaftskrise.

Der Luftverkehrsbericht 2008/09 dokumentiert den Luftverkehr in Deutschland der Jahre 2008 und 2009. Gerade dieses Zeitfenster repräsentiert den Verlauf der Wirtschaftskrise, wie sich auch anhand der Luftverkehrsentwicklung ablesen lässt. Im Jahr 2008 wuchs das Passagieraufkommen auf den 27 ausgewählten deutschen Flughäfen noch um immerhin 0,9 Prozent auf 192 Millionen, nachdem zuvor jährliche Zuwachsraten jenseits von fünf Prozent zu verzeichnen waren. Für das Jahr 2009 verzeichneten die Wissenschaftler einen Rückgang von mehr als sechs Prozent an Fluggästen und Flugbewegungen. Am deutlichsten fiel die Rückwärtsentwicklung jedoch beim Frachtumschlag aus: Hier verzeichneten die Experten ein Minus im zweistelligen Prozentbereich.

Preisdifferenzierungsstrategien von Fluggesellschaften

Die Preisbildung der Netzwerkfluggesellschaft ist für den Kunden häufig kaum nachvollziehbar: Warum müssen Reisende beispielsweise mehr für eine einfache Flugstrecke bezahlen als für Tickets mit demselben Hinflug und einem zusätzlichen Rückflug? Warum kann ein Umsteigeflug von A nach B über den Verkehrsknotenpunkt ("Hub") H viel günstiger sein als der Direktflug von H nach B, obwohl die letztgenannte Reise viel kürzer ist und daher deutlich geringere Produktionskosten verursacht?

Um die relativ hohen Tarife bestimmter Flugkonstellationen zu umgehen, wenden Passagiere vereinzelt die folgenden Strategien an:

  • Nichtnutzung des Hin- oder Rückfluges
  • Überkreuzbuchung (Cross-Ticketing) oder
  • Hidden-City-Ticketing (Buchung eines billigeren Umsteigeflugs mit ausschließlicher Nutzung des Direktflugs, ohne den mitgebuchten Zubringerflug anzutreten).

Diese Praktiken werden jedoch von den Fluggesellschaften als Vertragsverletzung angesehen: Wenn ein Passagier einen Flugabschnitt nicht antritt, werden in der Regel alle nachfolgenden Flugsegmente der Buchung storniert. Diese Tatsache hat zu einer Reihe von Klagen der betroffenen Passagiere gegen verschiedene Fluggesellschaften geführt. In einem Sonderbeitrag diskutieren die Wissenschaftler diese Problematik sowohl aus der juristischen als auch aus ökonomischer Sicht und bewerten die Auswirkungen für die Fluggesellschaften für den Fall, dass die beschriebenen Arten der Umgehung von Tarifregeln erlaubt würden.

(Redaktion)


 


 

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