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Börse reagiert auf Italien-Krise

Dax fällt unter 7.000 Punkte - Euro unter 1,40 Dollar

Die von den Euro-Finanzministern beschlossenen Laufzeitverlängerungen und Zinssenkungen für Griechenland, Irland und Portugal haben nicht zur Beruhigung der Märkte beigetragen. Der Ausverkauf an den Börsen setzte sich am Dienstag fort: Der Dax rutschte zu Handelsbeginn unter 7.000 Punkte, der Eurokurs fiel unter 1,40 Dollar.

An der Frankfurter Börse notierte der deutsche Leitindex am Mittag bei 7.079 Zählern immer noch mit gut zwei Prozent im Minus. Der MDax büßte 2,4 Prozent ein auf 10.553 Punkte, der TecDax gab 1,7 Prozent ab auf 863 Zähler.

Auch europaweit gaben die Börsenkurse auf breiter Front nach. In Mailand sackte der Leitindex FTSE-MIB um 3,8 Prozent ab. Die Zinsen für italienische Staatsanleihen stiegen auf 5,9 Prozent, die für spanische auf 6,28 Prozent. In Paris verlor der französische Leitindex CAC40 am Morgen 2,4 Prozent. Der wichtigste britische Index FTSE100 gab 1,4 Prozent ab.

In Japan schlossen die Börsen aufgrund der Euro-Sorgen ebenfalls schwach. Ein positiver Konjunkturausblick der Bank of Japan fand kaum Beachtung. Der Nikkei rutschte unter die Marke von 10.000 Punkten und schloss mit einem Abschlag von 1,4 Prozent auf 9.926 Zähler.

Wesentliche Fragen ungeklärt

Zwar hatten sich die Euro-Finanzminister in ihrer Marathonsitzung am Montag mit "absoluter Entschlossenheit" dazu bekannt, die Schuldenkrise einzudämmen. Dazu sollen die Laufzeiten der Notkredite für Länder unter dem Rettungsschirm verlängert und die Zinsen gesenkt werden. Auch wird in Betracht gezogen, den befristeten Rettungsschirm zum Aufkauf von Altschulden zu ermächtigen. Konkrete Entscheidungen waren die Ressortchefs aber schuldig geblieben.

Kein Durchbruch erzielt wurde im Ringen um das zweite Rettungspaket für Griechenland. In der Erklärung der Eurogruppe wurden lediglich "die Vorschläge des privaten Sektors für einen freiwilligen Beitrag begrüßt". Eine Einigung scheint weiter nicht greifbar.

Von größerem Gewicht ist die Angst der Anleger vor einer Ausweitung der Schuldenmisere auf Italien. Obwohl die politische Krise in dem Land der Hauptgrund für die jüngste Zuspitzung der Krise ist, wandten sich die Euro-Finanzminister nicht ausdrücklich an Rom. "Wir sind uns gewahr, dass das Land im Visier der Märkte ist", sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker.

Schäuble: "Ansteckungsgefahr vermeiden"

Juncker zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die geplanten Laufzeitverlängerungen und Zinssenkungen für die Staaten am Euro-Tropf, also Griechenland, Irland und Portugal, zur Beruhigung beitragen werden. Die Größenordnung sowie einen Zeitpunkt, ab der die Erleichterungen gelten sollen, blieben die Minister indes schuldig. "So schnell wie möglich" werde darüber entschieden, sagte Juncker.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte im Deutschlandfunk davor, "dass man in einer so nervösen Lage nicht Ansteckungsgefahren verstärkt". Er gab sich aber optimistisch, dass die Spekulationen über die Zahlungsfähigkeit Italiens bald wieder zurückgehen. Der italienische Finanzminister habe den Haushaltsentwurf vorgelegt. Es bestehe kein Zweifel, dass das Parlament ihn so auch beschließe.

Am Dienstag nahmen die Finanzminister aller 27 EU-Staaten ihre Beratungen auf. Im Mittelpunkt des Treffens in Brüssel standen die Vorbereitungen auf die EU-weiten Bankenstresstests, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht werden sollten. "Man muss sich darauf vorbereiten, dass die ein oder andere Bank in Schwierigkeiten kommt", sagte der luxemburgische Finanzminister Luc Frieden. Experten erwarten, dass sich die Zahl der Durchfaller wegen der strengeren Regeln gegenüber den Tests im Vorjahr von 7 auf etwa 15 verdoppeln könnte.

(dapd )


 


 

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