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Erdöl-Raffinerie Emsland

Behörden warnen nach Brand vor Verzehr von Fischen aus dem Dortmund-Ems-Kanal

Am Abend des 28. März kam es gegen 22:40 Uhr zu einem Brand im Hafenbereich der Erdöl-Raffinerie Emsland. Ein Schiff, das mit Superbenzin beladen wurde, hatte aus bislang ungeklärter Ursache Feuer gefangen (business-on.de berichtete). Der zuständige Landkreis Emsland und die Stadt Lingen warnen nun vor dem Verzehr von Fischen aus dem Dortmund-Ems-Kanal.

Die Werksfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren aus Lingen und Umgebung brachten das Feuer damals mit Schaum unter Kontrolle und verhinderten das Übergreifen auf andere bereits beladene Tankschiffe. Ein Mitglied der fünfköpfigen Schiffsbesatzung wurde während des Brandes leicht verletzt, konnte das Krankenhaus aber bald wieder verlassen. Den Einsatzkräften gelang es gegen 6:40 Uhr des Folgetages den Brand zu löschen. Eine Rückentzündung um 8:10 Uhr konnte schließlich sofort wieder abgelöscht werden. Das mit Benzin beladene Tankschiff brannte so weit ab, dass es auf den Boden des etwa 3,50 Meter tiefen Hafenbeckens absank. Die Bevölkerung wurde damals durch Rundfunkdurchsagen und direkte Ansprachen aufgefordert, wegen der Russentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Wasserstraßen des Dortmund-Ems-Kanals waren im Zuge der Lösch- und Reinigungsarbeiten für den Schiffsverkehr gesperrt worden. Der Havarist konnte am 4. April erfolgreich in den Papenburger Hafen geschleppt werden. Die Raffineriestraße und der Leinpfad sind seitdem bis auf Weiteres für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

Rückstände im Dortmund-Ems-Kanal

Der Landkreis Emsland und die Stadt Lingen warnen in ihrer Funktion als Wasserbehörde inzwischen vor dem Verzehr von Fischen aus dem Dortmund-Ems-Kanal aus im Abschnitt zwischen Kanalbrücke Altenlingen und Meppen. Im Hafenbecken der Erdöl-Raffinerie Emsland sind demnach rund 900.000 Liter Benzin verbrannt. Seitdem sei der Gewässerabschnitt durch Löschmittel- und Brandrückstände verunreinigt, heißt es von Landkreis und Stadt.

Zwar wurde mithilfe von Spezialfahrzeugen ein Teil Verunreinigungen bereits im Hafenbereich abgesaugt, ein Vermischen mit dem Wasser und ein Abfluss in den Dortmund-Ems-Kanal konnten jedoch nicht gänzlich verhindert werden. Die im Wasser gelösten Schäume sind nach Landkreis-Angaben zwar biologisch abbaubar, die Abbauprozesse führten jedoch zu einem vorübergehend stark verringerten Sauerstoffgehalt im Wasser, der als Ursache für ein lokales Fischsterben an der Schleuse Varloh gilt. Da eine Belastung der Fische mit Schadstoffen nicht ganz auszuschließen ist, raten Stadt und Landkreis vom Verzehr der Fische aus dem Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanals ab.

Neben umfangreichen Wassermessungen ergreifen die Behörden nach eigenen Angaben Maßnahmen, um den Sauerstoffeintrag in das Gewässer zu erhöhen – etwa indem Wasser aus dem Kanal entnommen und wieder auf die Oberfläche gesprüht wird. Ebenfalls informiert wurden inzwischen die örtlichen Fischereivereine und der Landesfischereiverband Weser-Ems.

(Redaktion)


 


 

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