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Gräben und Scherben im ecopark

Archäologen gehen von einer 15 Hektar großen Siedlung aus

Hier ein halbrunder Graben von einem Meter Breite, dort ein Brunnen, da parallel einige Pfostenreihen. Mit ein wenig Fantasie erkennen auch Laien auf dem hellen Boden, was Daniela Nordholz vom Büro ArchaeNord (Bremen) beschreibt. Die Archäologin und ihr Team haben im ecopark wieder etliche Befunde dokumentiert, die nach Ansicht der Fachleute der Römischen Kaiserzeit zuzuordnen sind.

Als „schon ungewöhnlich“ bezeichnet auch Bezirksarchäologin Dr. Jana Esther Fries vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (Oldenburg) die Ergebnisse der jüngsten Grabungen im ecopark. Es sei allerdings „noch viel zu früh, mehr über diese Siedlung zu sagen“. Klar sei jedoch: „Auf Römer weist im Moment nichts hin.“ Auch das Alter der Keramikscherben ist noch nicht eindeutig zu definieren.

Bereits seit 2011 graben die Archäologen in diesem Bereich des Gewerbeparks. Sie haben Siedlungsreste der Vorrömischen Eisenzeit (etwa 700 v.Chr. bis 0) und der Römischen Kaiserzeit (0 bis 400) ans Tageslicht geholt, aber auch vereinzelte Hinweise aus der Bronzezeit (2800 bis 700 v.Chr.) und der Jungsteinzeit (4200 bis 2800 v.Chr.).

Daniela Nordholz: „Innerhalb von etwa 15 Hektar befindet sich hier eines der größten zusammenhängenden Siedlungs-Areale der Römischen Kaiserzeit.“ Zum Vergleich verweist die Archäologin auf die komplett ausgegrabene Wurtensiedlung Feddersen-Wierde im Landkreis Cuxhaven mit einer Ausdehnung von vier Hektar. „Da standen zur Zeit ihrer größten Besiedlung gleichzeitig 26 Wohnstallhäuser.“ Die Einwohnerzahl dort wird auf etwa 300 geschätzt.

Die Anzahl der jüngsten Positivbefunde im ecopark sei mit mehr als 520 „deutlich höher, als die Prospektion erwarten ließ“, sagt Daniela Nordholz. Sowohl diese ersten Sondierungen als auch die späteren Grabungen werden von der Unteren Denkmalschutzbehörde begleitet. Beim Landkreis Cloppenburg ist dafür Andreas Wegmann zuständig und immer wieder vor Ort im ecopark. Wie schwer es vor vielleicht 2000 Jahren gewesen sein muss, Gräben und Brunnen auszuheben, ahnt er zumindest: „Gerade hier haben wir einen äußerst festen Boden.“

So aufschlussreich und bedeutend die archäologischen Untersuchungen für die Region sind, so sehr belasten sie den Zweckverband ecopark. Denn den Betreiber des Gewerbeparks kosten diese Grabungen Zeit und Geld. So sind für die Arbeiten innerhalb von eineinhalb Jahren etwa 300.000 Euro zu zahlen - etwa 8 Euro pro Quadratmeter. Und vor einer Freigabe durch die Untere Denkmalschutzbehörde dürfen die Flächen nicht verkauft und bebaut werden.

(Redaktion)


 


 

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