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Drei Vorstände müssen gehen

ThyssenKrupp zieht Konsequenzen - Lob von Arbeitnehmervertretern

Nach Milliardenverlusten und Korruptionsvorwürfen greift der Aufsichtsrat von Deutschlands größtem Stahlkonzern ThyssenKrupp durch: Drei Vorstandsmitglieder des Unternehmens müssen gehen. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat werteten die Entscheidung als "Zeichen eines grundsätzlichen Neuanfangs".

Wie ThyssenKrupp am Mittwochabend mitteilte, hat der Personalausschuss des Aufsichtsrats in enger Abstimmung mit dem Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger entschieden, dem Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 10. Dezember vorzuschlagen, die Bestellung der Vorstandsmitglieder Olaf Berlien und Edwin Eichler sowie Jürgen Claassen mit Wirkung zum 31. Dezember aufzuheben. Claassen hatte den Aufsichtsrat bereits am 1. Dezember gebeten, ihn bis auf weiteres von seinen Vorstandsaufgaben zu entbinden.

Laut Mitteilung hatte eine vom Aufsichtsrat in Auftrag gegebene Prüfung der fehlgeschlagenen Konzernprojekte in Amerika ergeben, dass sich eine Reihe der vom damaligen Vorstand zugrunde gelegten Annahmen und Kennzahlen als deutlich zu optimistisch oder im Nachhinein als falsch erwiesen haben. Weiter hieß es: "Neben dem Thema Steel Americas sieht sich ThyssenKrupp derzeit außerdem mit der Aufdeckung einer Reihe von Korruptions- und Kartellfällen konfrontiert. Auch in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der bisherigen Führungskultur im Konzern."

Beschäftigte erwarten Ende der Negativschlagzeilen

Die Arbeitnehmervertreter begrüßten den Schritt. Transparenz und Ehrlichkeit im Umgang miteinander seien nicht mehr in jedem Fall selbstverständlich gewesen, wurde in einer Mitteilung von Mittwochabend betont. Bertin Eicheler, stellvertretende Vorsitzender des Aufsichtsrats und IG Metall-Vorstandsmitglied, sagte, die Beschäftigten erwarteten ein Ende der Serie von Negativschlagzeilen.

"Alle Vorfälle müssen aufgeklärt werden. Es muss Schluss sein mit sämtlichen Praktiken, die das Unternehmen in Verruf bringen", mahnte der Gewerkschafter. Der Vorstand müsse sich wieder auf das konzentrieren können, was seine Aufgabe sei: "Die Arbeitsplätze bei ThyssenKrupp sichern, in die Zukunft investieren, auf den Märkten bestehen und vernünftige Erträge erwirtschaften, um den Konzern dauerhaft zu stabilisieren."

Zuletzt machte ThyssenKrupp wegen angeblich von Claassen gewährten Luxusreisen für Journalisten Schlagzeilen. Die Staatsanwaltschaft Essen hat einem Zeitungsbericht zufolge ein Ermittlungsverfahren gegen den Manager eingeleitet. Ebenfalls Ende November wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Essen dubiose Zahlungen einer Konzern-Tochter untersucht. Wegen illegaler Preisabsprachen im Schienengeschäft droht dem Konzern zudem eine Welle von Schadenersatzforderungen.

(dapd)


 


 

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