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Wilhelmshaven

Dumm gelaufen: Täter scheitern bei Kiosk-Überfall an sich selbst

Am Donnerstagabend kam es in Wilhelmshaven zu einem Raubüberfall auf einen Kiosk. Die beiden Täter hatten aber nicht nur erhebliche Probleme, den resoluten Kioskbetreiber in Schach zu halten, sondern halfen der Polizei auch gleich bei der Festnahme einer dritten Person. Eine Tragödie in drei Akten...

Erster Akt: Zwei junge Männer, 17 und 25 Jahre sind sie alt, suchen am Donnerstag in Wilhelmshaven einen Kiosk auf. Als der 39-jährige Kioskbetreiber erscheint, fordert der 17-Jährige nicht etwa Kaugummis, Chips oder Limonade, sondern mit vorgehaltenem Küchenmesser Bargeld. Alles Bargeld.

Im Folgenden kommt es zu einem Handgemenge zwischen Tätern und dem resoluten Kioskbetreiber, der sein sauer verdientes Geld keinesfalls hergeben will. Letzterer erleidet dabei leider unschöne Schnittverletzungen an den Händen. Währenddessen gelingt es dem 25-jährigen Mittäter, die prall gefüllte Kasse mit dem Bargeld an sich zu nehmen und diese an den 17-Jährigen weiterzureichen. Der 25-jährige Täter kann aber – oh weh – noch vor Ort vom Kioskbetreiber und einem Zeugen überwältigt und festgehalten werden. Der 17-Jährige nimmt mit der erbeuteten Geldkassette dennoch erfolgreich Reißaus. Durch die geglückte Flucht – das ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht – wird er der Polizei im dritten Akt noch sehr behilflich sein.

Zweiter Akt: Nach Eingang des Notrufs, zieht die alarmierte Polizei sodann zahlreiche Streifenwagen um den Tatort herum zusammen. Durch den bereits überwältigten Mittäter, den die herbeigerufenen Beamten auf der Stelle festnehmen, ergibt sich dann – man darf davon ausgehen – eine Spur zu einer Wohnung in der Peterstraße in Wilhelmshaven. Grimmig dreinblickende, bewaffnete Polizeibeamte verschaffen sich alsbald Zutritt zur Wohnung. Dort hat sich – was die Gesetzeshüter zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau wissen – der 17-jährige Tatverdächtige versteckt. Als die Beamten schließlich Raum für Raum in der Wohnung durchkämmen, zeigt sich, dass die Wahl des Fluchtortes genauso wenig durchdacht war, wie überhaupt irgendwie der ganze Tag: in einem Bettkasten wird man fündig, der 17-Jährige wird festgenommen. In der Wohnung – welch Triumph – entdecken die Beamten dann auch noch die besagte Geldkassette und nehmen sie freudig an sich. Allerdings fehlt aus dieser Kassette Bargeld. Die Beamten fragen sich sogleich: Wer hat es weggenommen, wo ist es hin?

Dritter Akt: Die Antwort darauf gibt eine 17-jährige Frau, die alsbald in der besagten Wohnung erscheint. Dort sichern dummer Weise gerade Beamte der Kriminalpolizei Spuren. Diese wiederum wundern sich, wo die junge Maid plötzlich herkommt und was sie da bei sich trägt. Und das klärt sich bald auf: es sind nicht etwa Äpfel, Birnen oder Möhren, sondern gutes, berauschendes Marihuana. Gleich zwei ganze Tüten davon, deren Erwerb – richtig – ihr gleichaltriger Freund aus dem Bettkasten zuvor großzügig mit dem Geld aus der Geldkassette unterstützt  und damit der Polizei auch noch den dritten Fang an diesem Abend beschert hat.

Finale: Vollends gerührt von so viel Hilfsbereitschaft, bringen die nun etwas schlaueren Beamten die junge Frau gerne zu ihrem Freund, der bereits auf der Polizeiwache auf sie wartet. Dort quartiert man beide – leider getrennt –umgehend in schicke Waschbeton-Appartments ein. Aber da ist ja auch noch Täter Nummer drei: weil gegen ihn noch ein kleiner Haftbefehl mit einer Resthaft von über 600 Tagen (!) wegen – wen wundert´s – Raubes offen ist, kann auch er noch in der Nacht Quartier beziehen. In der Justizvollzugsanstalt . Dort gibt es zum Glück keine Geldkassetten oder 17-Jährigen, aber man hat genügend Zeit, mal darüber nachzudenken, warum es manchmal Tage im Leben gibt, an denen einfach alles schief geht...

(Redaktion)


 


 

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