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Burgerkette McDonald´s

Warteschlange umgehen - Hamburger am SB-Automaten bestellen

Mit einem innovativen Konzept will der Burgerbrater McDonald´s an mehreren Standorten in Deutschland, die häufig langen Warteschlangen in seinen Filialen entzerren. In den Filialen am Frankfurter Flughafen und am Berliner Hauptbahnhof wurden Ende des vergangenen Jahres erste SB-Bestellterminals aufgestellt.

Die Versuche, den Burger -Verkauf bei McDonald´s zu automatisieren sind fast halb so alt, wie das im Jahr 1940 gegründete Unternehmen selbst. Immer wieder hatte es in den letzten Jahrzehnten entsprechende Ankündigungen gegeben. Mal wurden in den 1990er-Jahren einzelne Filialen in den USA umfassend umgebaut, dann wiederum SB-Terminals für einzelne Produkte, wie beispielsweise Eiscreme, in Skandinavien in den Filialen aufgestellt. Letzteres ist heute in jedem Ikea-Möbelhaus zu finden. Nur das Auf-Knopfdruck-Schnellrestaurant erreichte nie die Marktreife.

Stoßzeiten: Kein Verzicht mehr auf Big Mäc und Co.

Voll automatisierte Restaurants dürften bei der Burgerkette zwar auch bis auf weiteres Zukunftsmusik bleiben, in Zeiten, in denen jeder Reisende an SB-Terminals am Bahnsteig seine Fernverkehrsfahrkarte und in Drogeriemärkten Urlaubsfotos ziehen kann, hat man sich in der Münchner Deutschland-Zentrale allerdings eine pfiffige Idee einfallen lassen, wie man die insbesondere in Stoßzeiten allgegenwärtigen Warteschlangen in den Filialen minimieren kann. Angesichts der wachsenden Konkurrenz (zur Definition Konkurrenz) von Ketten wie Subway, Starbucks, Kentucky Fried Chicken und Co. ist Abwanderung ein ernst zu nehmendes Problem für die Münchner Deutschlandzentrale. Vielfach verzichten Kunden schließlich deshalb in den Stoßzeiten auf Big Mäc und Co.und weichen auf die Konkurrenten aus.

Eine Kasse gibt es nicht mehr

Wer heute beispielsweise die McDonald´s-Filiale am Berliner Hauptbahnhof betritt, der kann seit einiger Zeit an eines der neu aufgestellten SB-Bestellterminals treten und so die Warteschlange vor den - weiterhin existierenden - Kassen umgehen. Der Bestellvorgang erfolgt dabei an einem SB-Automaten - ähnlich wie an den Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn - über einen sog. "Touchscreen". Eine ähnlich komplizierte Bedienführung wie zuletzt beim Schienen-Riesen, hat man sich allerdings bei der Burgerkette gespart. Übersichtlich und einfach geht es beim Burgerbrater zu.

Die Produkte können am Terminal jeweils mit Bild und Preis ausgewählt werden, ebenso wird abgefragt, ob die Bestellung zum Mitnehmen eingepackt werden soll oder in der Filiale verzehrt wird. Weiterer Vorteil der Bedienführung: Missverständnisse bei der Bestellung entfallen weitestgehend. Die Bezahlung der Bestellung erfolgt per Giro-Card (EC-Karte) oder Kreditkarte. Am Terminal erhält der Kunde in der Folge - ein gedecktes Konto einmal vorausgesetzt -  einen Quittungsbeleg mit einer Bestellnummer. Gleichzeitig werden die Mitarbeiter am Abholschalter über einen Bildschirm über die Bestellung informiert.

Mit dem Quittungsbeleg  kann der Kunde dann zum Abholschalter gehen. Dieser wird im Kassenbereich für den Kunden sichtbar durch einen auffällig erhöhten weißen Tresen hervorgehoben. Hier wird die  Bestellung dem Kunden von Mitarbeitern ausgehändigt. Eine Kasse gibt es somit am Abholschalter nicht mehr. Der Kunde spart hierdurch in Stoßzeiten Zeit und kann schneller seine Bestellung abschließen.

Bestellterminals aus Ostwestfalen

Die eingesetzten Bestellterminals werden vom Hersteller Wincor-Nixdorf aus Paderborn (NRW) geliefert. Die Vorläufermodelle der Ostwestfalen kamen erstmals im Jahr 2003 bei einem McDonald´s Franchisenehmer in Frankreich zum Einsatz. Während der mittäglichen und abendlichen Spitzenzeiten wurden dort bereits bis zu 30 Prozent der Verkäufe über die Bestellterminals abgewickelt. Nach Angaben des Franchisenehmers Vandendries in der Branchenzeitung "Food Service"  konnten seit Installation der SB-Terminals sowohl die Gästezufriedenheit als auch die Umsätze signifikant gesteigert werden.

Inzwischen wurden erste Geräte vom Typ "Easy Order" auch in der Schweiz in Filialen eingebaut. Nach Angaben der McDonald´s Deutschland-Zentrale wurden SB-Bestellterminals bislang in 10  Filialen in München (4x), Kirchheim-Heimstetten (1x), Berlin (3x) und  Frankfurt/Main (2x) aufgestellt. Weitere sollen im Jahr 2011 folgen.

Aktualisiert: 11.2.2011

(Onur Yamac)


 


 

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4 Kommentare

von -tk-
23.01.11 01:56 Uhr

Inhaltlicher Fehler:
girocard ist der Name für ein Bezahlsystem.

Die alte ec-Karte heißt heute Maestro-Karte. Bezahlt werden kann außerdem nicht nur mit Maestro, sondern mit allen gängien Kreditkarten.

von Redaktion
23.01.11 14:45 Uhr
Ihr Hinweis

Vielen Dank für Ihren Hinweis, den wir als Anregung aufgenommen haben.

Die Angabe Girocard wollen wir so belassen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Girocard

Die Bezahlfunktion per Kreditkarte hatte der Autor aber tatsächlich vergessen. Entsprechend Ihres Hinweises wurde dies in der aktuellen Artikelversion korrigiert.

von Speedy
11.02.11 23:23 Uhr
Inhaltlicher Fehler zum 2.

Der Ort heißt Kirchheim-Heimstetten, nicht ..Heimstätten. Ich weiß das, ich arbeite in dem Restaurant ;)

von Redaktion
12.02.11 16:58 Uhr
Ihr Hinweis

Vielen Dank für Ihren Hinweis, den wir dankend aufgenommen haben. Die Ortsbezeichnung wurde inzwischen korrigiert.

 

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