Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Telefonaufzeichnung & Videoüberwachung

ECE-Gruppe im Clinch mit Datenschützern

Im Clinch mit Datenschützern befindet sich die zum Hamburger Otto-Konzern gehörende ECE-Gruppe. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte wirft dem Unternehmen vor, unberechtigt Telefonmitschnitte angefertigt zu haben. In einem anderen Verfahren geht es um die Videoüberwachung in den Einkaufszentren. Hier droht ein Rechtsstreit zwischen beiden Seiten.

Offenbar auf Verdacht sind in einigen ECE-Einkaufszentren Kundenanrufe automatisch und ohne Zustimmung der Anrufer aufgezeichnet und gespeichert worden, um so Drohanrufern besser auf die Spur kommen zu können. Der Datenschutzbeauftragte des Landes Hamburg, Johannes Caspar, hat inzwischen Strafanzeige gegen Verantwortliche der Hamburger Firma ECE eingereicht. Das berichtet der Radiosender NDR Info.

ECE gelobt Besserung

Nach Einschätzung von Caspar handelt es sich bei dem geschilderten Vorgehen um einen Gesetzesverstoß. In § 201 StGB sei die Vertraulichkeit des nichtöffentlich gesprochenen Wortes geregelt. "Diese war hier nicht gegeben", so Caspar. Jeder Anrufer habe Persönlichkeitsrechte, die geschützt werden müssten. Die Hamburger Firma ECE, die in Deutschland 93 Shoppingcenter betreibt, hat die Praxis nach Bekanntwerden eigenen Angaben zufolge abgestellt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Datenschützer hatten zuvor durch Zufall entdeckt, dass in einem sächsischen Einkaufszentrum der ECE Gruppe Gespräche mitgeschnitten und aufgezeichnet wurden. Zuvor hatte Hamburgs Datenschutzbeauftragte Caspar mehrere Bundesländer beauftragt, Videoüberwachung in ausgewählten Zentren zu untersuchen. Dabei fiel in einem ECE-Center in Sachsen der offenbar verbotene Umgang mit Anrufen auf. Bei einer Überprüfung in Hamburg kamen Datenschützer in zwei ECE-Centern zum gleichen Ergebnis. Als zuständiger Datenschutzbeauftragter reichte Caspar daraufhin Strafanzeige ein. Man sei in einigen Centern über das eigentliche Ziel technisch hinausgeschossen, so ECE-Sprecher Christian Stamerjohanns. "Dafür entschuldigen wir uns ausdrücklich." so der Sprecher weiter.

Kameraüberwachung: ECE will den Rechtsweg beschreiten

In mehreren Bundesländern waren darüber hinaus bei Kontrollen von Einkaufszentren der ECE-Gruppe von Datenschützern die Kamerastandorte beanstandet worden. Datenschützer Caspar hatte daraufhin angeordnet, zum Beispiel im Hamburger Alstertal-Einkaufszentrum 24 der 75 Kameras zu entfernen. ECE weigerte sich jedoch, dem nachzukommen und verwies auf das Sicherheitsbedürfnis der Kunden. Allerdings ist ECE von der Kritik der Datenschützer nicht alleine betroffen, sondern u.a. auch große Gastronomieketten. Hintergrund ist die unklare Rechtslage in diesem Bereich. Den Widerspruch von ECE gegen die Anordnung seiner Behörde will Johannes Caspar in Kürze zurückweisen. Daher wird wahrscheinlich ein Gericht Rechtssicherheit über die flächedeckende Kameraüberwachung schaffen müssen. ECE will nach eigenen Angaben den Rechtsweg beschreiten. Ein Urteil hätte deutschlandweite Signalwirkung.

(Redaktion)


 


 

Datenschützer
ECE
Datenschutzbeauftragter
Kameraüberwachung
Centern
Otto
Kameras
Christian Stamerjohanns
Caspar
Einkaufszentren
Rechtslage
Anrufen
Gericht
Rechtssicherheit

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Datenschützer" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: