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Zum Tod von Eduard Zimmermann

Mach es gut, "Ganoven-Ede"!

Der frühere ZDF-Moderator und TV-Produzent Eduard Zimmermann ist am Samstag im Alter von 80 Jahren nach langer Krankheit in einem Hospiz in München verstorben. ZDF-Intendant Markus Schächter würdigte Zimmermann, liebevoll auch "Ganoven-Ede" genannt, in einem Nachruf als Pionier des Reality-TVs in Deutschland: "Zimmermann hat die Möglichkeiten des Fernsehens für die Verbrechensbekämpfung früh erkannt und konsequent eingesetzt." Dabei habe er seine Werteorientierung zum Maßstab seiner Arbeit gemacht, so der Intendant.


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Er betonte, dass Zimmermann stets nach der Wahrheit gesucht habe und ein Verfechter der umsichtigen und sorgfältigen Recherche gewesen sei. Dabei sei es ihm nicht allein um die Bekämpfung der Kriminalität gegangen. "Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Opfer von Verbrechen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wurden" so Schächter.

Untrennbar verbunden mit Aktenzeichen XY

Mit der von ihm entwickelten Reihe "Vorsicht Falle" wurde Eduard Zimmermann einem größeren Publikum bekannt. Bis heute ist sein Name jedoch für viele untrennbar mit der populären Fahndungssendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" verbunden. Dem Magazin, das am 20. Oktober 1967 erstmals auf Sendung ging, schlossen sich bald auch das schweizerische und österreichische Fernsehen an. Die Sendung trägt bis heute dazu bei, dass zahlreiche ungeklärte Kriminalfälle gelöst werden können.

"Ganoven-Ede" war auch selbst mal Ganove

Am 24. Oktober 1997 führte Eduard Zimmermann zum 300. und letzten Mal durch die von ihm geprägte Sendung. Vor einigen Jahren gab Eduard Zimmermann außerdem zu, in der Nachkriegszeit selbst straffällig geworden zu sein. Nach einigen Gaunereien fand er mit einem gefälschten Ausweis und Diplom in Schweden Arbeit als Straßenbauingenieur. Nach seiner Rückkehr wurde er in der Sowjetischen Besatzungszone prompt wegen Spionage verhaftet und musste 4 Jahre in Haft verbringen. Die restlichen 21 Jahre blieben ihm erspart. Glücklicherweise, denn Eduard Zimmermann arbeitete danach zunächst als freier Mitarbeiter beim NDR, ab 1962 auch beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Populäres Produkt der frühzeitigen Entlassung aus der DDR-Haft war somit: "Aktenzeichen XY...ungelöst."

Das ZDF erinnert in einem Nachruf, der am Sonntagabend, 20. September, um 23:30 Uhr ausgestrahlt wird, an das Leben und die Leistungen von Eduard Zimmermann.

(Redaktion)


 


 

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