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A330 werden in Dresden von Passagier- zu Frachtmaschinen umgebaut

Die Zukunft der zum europäischen Luftfahrtkonzern EADS gehörenden Elbe Flugzeugwerke (EFW) Dresden ist mittelfristig gesichert. In den kommenden Jahren sollen Passagiermaschinen des europäischen Flugzeugherstellers Airbus vom Typ A330 in Dresden zu Frachtmaschinen umgerüstet werden.

Von Christian Wolf

Zusammen mit dem Singapurer Luftfahrtdienstleister ST Aerospace vereinbarten EFW und Airbus am Mittwoch eine strategische Partnerschaft, wie EADS mitteilte. Zudem sicherte sich ST Aerospace etwa ein Drittel der Anteile an EFW.

In einem ersten Schritt geht es darum, die technische Entwicklung der sogenannten A330P2F auszuarbeiten. Die Hauptarbeit wird dabei ST Aerospace übernehmen. Das Unternehmen gilt als weltweit größter Anbieter von Wartungs-, Reparatur- und Überholungsdienstleistungen für Flugzeuge. In der industriellen Phase wird die Programmleitung an die Elbe Flugzeugwerke übergehen. Die meisten Umrüstungen sollen am Dresdner Standort vorgenommen werden. Mit der Auslieferung der ersten Frachtmaschine wird für 2016 gerechnet.

Aus Branchenkreisen hieß es, vor allem Qatar Airways habe seit Monaten Druck auf Airbus ausgeübt, um ein Umrüstprogramm für den A330 aufzulegen. Die Fluggesellschaft aus dem Emirat Katar plant offenbar, eine größere Anzahl an A330 umrüsten zu lassen.

Nach Angaben von EADS wird Dresden durch das Programm zum europäischen Zentrum der weltweiten Aktivitäten von ST Aerospace aufsteigen. Die Elbe Flugzeugwerke wollen für das Projekt nach Angaben eines Sprechers kräftig investieren, damit unter anderem eine größere Halle gebaut wird. Zudem sollen langfristig neue Arbeitsplätze entstehen. Bislang arbeiten bei den EFW rund 1.100 Beschäftigte.

Gewinn für das Bundesland Sachsen

Die Vereinbarung wurde am Mittwoch von Airbus-Chef Tom Enders, EFW-Geschäftsführer Andreas Sperl und ST-Aerospace-Chef Chang Cheow Teck in Singapur unterzeichnet. Mit dabei war auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Der CDU-Politiker bezeichnete die neue Partnerschaft als "Gewinn für den ganzen Freistaat". Langfristig könne die gesamte Region davon profitieren, wenn auch die sächsische mittelständische Zuliefererindustrie Aufträge bekomme und mehrere Hundert neue Arbeitsplätze geschaffen würden.

Bei der EADS-Tochter EFW reichen die bisherigen Aufträge bis etwa Ende 2013 - unter anderem für DHL. Dabei werden ältere Airbusse vom Typ A300 umgerüstet. Allerdings gehen nach Branchenangaben geeignete Passagiermaschinen dieses Typs, die noch für eine Umrüstung zu Frachtern geeignet wären, aus.

Bei den von der neuen Partnerschaft betroffenen A330 handelt es sich um die neuere Airbus-Generation. Im vergangenen Jahr war ein Umrüstprogramm für kleinere A320-Maschinen in der Projektphase gestoppt worden. Dieses sollte eigentlich mit einem russischen Partner ab 2012/2013 umgesetzt werden. Als Begründung wurde genannt, dass der Bedarf an kleineren Frachtern geringer sei als ursprünglich prognostiziert.

(dapd )


 


 

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