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Warenhauskette Karstadt

Umbau ohne Standortschließungen und personelle Einschnitte

Die Karstadt-Beschäftigten können aufatmen: Die Neuausrichtung der Warenhauskette soll ohne Filialschließungen und Einschnitte beim Personal erfolgen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dapd am Freitag aus Kreisen der Beteiligten.

Von Erich Reimann

Der seit Januar amtierende Konzernchef Andrew Jennings hatte in den vergangenen Monaten eine "Strategie 2015" für das erst vor kurzem der Insolvenz entronnene Traditionsunternehmen erarbeitet. Sie wurde am Freitag den Beschäftigten der Hauptverwaltung und den Führungskräften vorgestellt.

Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt lobte danach das Konzept. "Das hat Hand und Fuß", zitierten die Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe (Samstagausgabe) den Arbeitnehmervertreter. Jennings stelle die Kunden in den Mittelpunkt und vermittele die Philosophie eines Warenhauses. "Das macht uns richtig Mut", sagte Patzelt.

Teilnehmer der Veranstaltung berichteten demnach, der Manager habe deutlich gemacht, dass Karstadt "kundenfreundlicher und schneller" werden müsse. "Kunde, Kunde, Kunde" sei die zentrale Botschaft von Jennings gewesen. Außerdem wolle der Karstadt-Chef eine Offensive im Online-Handel starten.

Doch plant Jennings offenbar keine spektakulären Änderungen. Es handele sich bei der "Strategie 2015" eher um einen Prozess der kleinen Schritte. Das Konzept sei eine akribische Fleißarbeit, erfuhr dapd nach der Präsentation.

Unter Zeitdruck

Karstadt betreibt in Deutschland derzeit noch 86 Warenhäuser, 26 Sporthäuser und 3 Luxus-Kaufhäuser. Über die aktuelle Lage der Warenhauskette ist wenig bekannt. Seitdem der Investor Nicolas Berggruen im Herbst 2010 die Kontrolle über das angeschlagene Unternehmen übernahm, dringen kaum noch Informationen nach außen. Berggruen selbst sagte vor wenigen Wochen lediglich, das Unternehmen liege bei der Sanierung "im Plan" und solle in einem Jahr "profitabler" sein.

Bislang profitiert das Unternehmen noch vom Sanierungstarifvertrag, der die Personalkosten pro Jahr um rund 50 Millionen Euro reduziert. Doch der läuft Mitte kommenden Jahres aus.

Mit der Berufung von Jennings hatte Berggruen in der Branche für Überraschung gesorgt. Denn der Brite gilt zwar als erfolgreicher Sanierer, ist aber mit dem deutschen Markt nicht vertraut. Dabei hatte sich der Einzelhandel hierzulande bislang als schwieriges Pflaster für angelsächsische Manager erwiesen. So scheiterten der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart und die britische Kaufhauskette Marks & Spencer mit ihren Expansionsplänen im deutschen Einzelhandel.

(dapd )


 


 

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