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  • 11.11.2009, 21:06 Uhr
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  • Wolfsburg/Osnabrück
Karmann-Entscheidung vertagt

Ex-Conti-Chef heuert in Wolfsburg als Manager für Elektromobilität an

Der VW-Aufsichtsrat hat am Mittwoch Karl-Thomas Neumann (48) mit Wirkung zum 1. Dezember 2009 zum Konzernbeauftragten für Elektromobilität (Konzern-Jargon: Elektro-Traktion) und zum Generalbevollmächtigten ernannt. Wenngleich noch nichts entschieden ist, macht die Entscheidung auch den Mitarbeitern von Karmann in Osnabrück vorsichtig Mut. Dennoch ist das Schicksal des Autobauers weiterhin unklar. Die Sitzung wurde auf den 20. November vertagt.

Der Geschäftsbereich Elektro-Traktion wird bei Volkswagen zum 1. Dezember hin neu geschaffen. Bis Ende November sind nach Angaben des Insolvenzverwalters die Löhne bei Karmann noch gesichert. Dort hatte man kurz nach der Insolvenz in Rekordzeit in einer ausgegliederten Gesellschaft das Elektromobil "E 3" für den Oldenburger Energieversorger EWE entwickelt. Zuletzt wurde die Fahrzeugstudie auf VW-Basis im Bremer Weserstadion vorgestellt. Auch der Anteil von VW-Teilen in der Fahrzeugstudie könnte Verheißungsvolles für die Karmann-Mitarbeiter bedeuten, die mit einer Blockade bis zuletzt die SLK-Produktion im Bremer Daimler-Werk störten. Auch die Stuttgarter lassen in Osnabrück produzieren. In Bremen musste infolgedessen die Produktion ruhen. Die Gewerkschaften wollen damit erreichen, dass Daimler ausstehende Rechnungen bei Karmann begleicht.

„Der Elektroantrieb ist für den Volkswagen-Konzern eine entscheidende Technologie." (VW-Chef Winterkorn)

Karmann: Wie geht es weiter?

VW-Chef Winterkorn betonte am Mittwoch: „Der Elektroantrieb ist für den Volkswagen-Konzern eine entscheidende Technologie und bietet enorme Chancen. Dr. Neumann ist ein exzellenter Kenner der Branche und des Themas. Er wird unser Unternehmen maßgeblich dabei unterstützen, dieses Innovationsfeld konsequent weiterzuentwickeln.“

VW soll sich dem Vernehmen nach bereit erklärt haben, wieder Aufträge nach Osnabrück zu vergeben, allerdings will man Karmann nicht gleich mit übernehmen. Uneinigkeit gibt es u.a. nach wie vor über den Kaufpreis  für die Karmann-Betriebsanlagen und Grundstücke, die im Besitz der drei Eigentümerfamilien Karmann, Boll und Battenfeld sind. Im Fokus steht dabei nach Medienberichten auch eine Lackieranlage im dreistelligen Millionenwert. Volkswagen ist allerdings derzeit der einzige Investor und könnte sich im Zweifel auch aus der Insolvenzmasse des pleite gegangenen Unternehmens bedienen. Das will jedoch kaum jemand.

Ab 2011 könnte daher die Produktion für Volkswagen anlaufen. Die Fahrzeugbau-Sparte ruht zwar derzeit, derzeit laufen bei den Osnabrückern aber noch mehrere Entwicklungsaufträge. Eine neue Gesellschaft würde künftig womöglich an die Stelle von Karmann treten und Mitarbeiter neu einstellen. Vorteil für Volkswagen: man hielte sich mögliche Forderungen aus der Karmann-Zeit vom Hals, denn das Arbeitsgericht Osnabrück sprach jüngst gar von einer Überlastung durch Karmann-Klagen. Kaum tangiert wäre EWE, da die Entwicklung des "E 3" in einer ausgegliederten Gesellschaft erfolgt. Dort will man bis 2011 mehrere Testexemplare der Fahrzeugstudie bauen.

(Redaktion)


 

 

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