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Emden

Nordseewerke segeln ab sofort unter SIAG-Flagge

Erleichterung bei der Mannschaft der Nordseewerke. Lange bangte man bei der Belegschaft in Emden um die endgültige Übernahme durch den Mittelständler SIAG Schaaf. In den vergangenen Wochen verstrich dann der bisher im Raum stehende neue Termin, doch am Montag endlich zufriedene Gesichter: der Kauf ist vollzogen.

Der Eigentümerwechsel der Nordseewerke von Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) hin zu SIAG Schaaf industrie aus Dernbach (Rheinland-Pfalz) ist damit offiziell.Seit Montag firmieren die ehemaligen TKMS-Nordseewerke als SIAG-Nordseewerke GmbH.

Künftig Offshore-Bauteile statt Schiffe

In Emden sollen künftig statt Schiffen Bauteile für Offshore-Windkraftanlagen gebaut werden. SIAG will nach der Übernahme der Nordseewerke eigenen Angaben zufolge insgesamt 700 der zuletzt 1.400 Mitarbeiter übernehmen. Anfang Oktober 2009 hatte man im Zuge dessen mit der Gewerkschaft IG Metall einen Tarifvertrag geschlossen, der den Beschäftigten u.a. die geltenden Arbeitsbedingungen für zwei Jahre zusichert. Mit dem Nordseewerke-Zukauf wird SIAG seine Personalstärke (bisher 1.100 Mitarbeiter) auf einen Schlag nahezu verdoppeln.

Bürgschaftsausschuss gab grünes Licht

Am 23. Oktober 2009 waren von SIAG und TKMS bereits erste Verträge unterzeichnet worden und bereits Ende 2009 sollte ursprünglich auch die Übernahme vollzogen sein. Doch die Detailverhandlungen zogen sich länger hin. Problembehaftet war im vorliegenden Fall offensichtlich auch die "Kredit-Teufelsspirale", da die kreditgebende Bank zuerst Aufträge forderte, ehe Kredite gewährt werden könnten. Diese wurden wiederum von SIAG benötigt, um auf der ehemaligen Schiffswerft in Emden Grundeigentum und Anlagen zu erwerben. Ohne Grundeigentum und eigene Anlagen wiederum keine organisatorische und personelle Planungssicherheit für den Mittelständler.

Im Februar gab dann der Bürgschaftsausschuss des Landes Niedersachsen grünes Licht für entsprechende Landesbürgschaften. Über Details schwieg man sich damals aus. Die positive Entscheidung des Ausschusses dürfte aber in jedem Fall eine entscheidende Hürde gewesen sein. Bekanntlich mahlen die Mühlen der Bürokratie langsam und auch Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) musste erst entsprechende Mittel im Landeshaushalt zurückstellen. Das aber dürfte angesichts des derzeitigen Haushaltsdefizits nicht ganz einfach gewesen sein. Dennoch hat man in Hannover das zu Ende gebracht, was man zuvor angefangen hatte. Dafür gilt sicher allen Beteiligten ein Lob. 

(Onur Yamac)


 


 

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