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Emden

Vorbereitung auf die Arbeitswelt von morgen

Reale Alltagsbedingungen ersetzen theoretische Projekte / Hochschule geht neue Wege in der Didaktik und Methodik


Um die zukünftigen Hochschulabsolventinnen und –absolventen noch besser auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten, entwickelt die Hochschule Emden/Leer neue Lehr- und Lernmethoden. 750.000 Euro hat das Land Niedersachsen der Hochschule für dieses Vorhaben mit dem Namen „HaKomPra“ (Berufliche Handlungskompetenz durch Erhöhung von Praxisorientierung) zur Verfügung gestellt. Erhöht werden sollen dadurch vor allem die so genannten Schlüsselkompetenzen wie Team‐ und Konfliktfähigkeit, Selbstorganisation und Präsentation.

„Im Bachelor‐Studium liegt der Schwerpunkt der Lehre auf der Vermittlung von Fachwissen“, sagt Prof. Dr. Carsten Wilken, Vizepräsident für Studium und Lehre der Hochschule Emden/Leer. „Aber die Schlüsselkompetenzen spielen in der Praxis eine immer größere Rolle. Die diesbezüglichen Anforderungen der Berufswelt an unsere Studierenden steigen – und daher müssen wir hier noch mehr tun.“

Dafür will die Hochschule neue Wege gehen. Geplant ist unter anderem der vermehrte Einsatz von Planspielen. Dabei handelt es sich um eine Lernmethode, in der Praxissituationen möglichst realistisch simuliert werden. Dafür entwickeln junge Wissenschaftler der Hochschule unter Anleitung von Professorinnen und Professoren neue didaktische Konzepte. Sie teilen sich in fünf Teilprojekte auf, in denen die Planspiele und innovative Lehrveranstaltungen entstehen.

In dem von Prof. Dr. Kerstin Kamke geleiteten Teilprojekt erhalten die Studierenden zunächst eine Einführung in die empirische Sozialforschung mit viel Wissen über Statistik, sie werden mit Hilfe von Planspielen im Projektmanagement geschult und wenden dann diese Kenntnisse in Projekten von Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung oder Betrieben aus der Sozial- und Gesundheitswirtschaft an. „Um unsere zukünftigen Absolventen und Absolventinnen noch besser auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten, stellen wir unsere projektorientierten Module neu auf und bauen das Haus der Projektkompetenz“, sagt Kamke, Leiterin des Studiengangs Sozial- und Gesundheitsmanagement. Neu sei unter anderem, dass die projektorientierten Module von den Studierenden zukünftig als Einheit wahrgenommen werden. Eine Methodenberatung durch einen Coach steht während der gesamten Projektlaufzeit zur Verfügung. Ein Dozent begleitet die Studierenden durch alle Projektphasen, von der Planung bis zur Realisierung.

Auch im Fachbereich Wirtschaft wird das Studium durch HaKomPra künftig noch praxisnäher. So werden neue Vorlesungen zum „Kompetenzmanagement“ und „Projektmanagement mit Design Thinking“ eingeführt. Die Lern-/ Lehrmethodik beinhaltet die Bearbeitung von selbsterstellten Fallstudien, Planspielen und agiler Projektarbeit. Diese werden in einer Datenbank mit inhaltlichen Schwerpunkten (z.B. Marketing, Logistik, Personalführung) verknüpft. Durch eine schrittweise Erhöhung der Komplexität werden die Studierenden so an reale Projekte mit Firmen aus der Region herangeführt. „Die in der Datenbank bereitgestellten Praxisbeispiele sollen gezielt entwickelt werden, um unter anderem den KMUs in Ostfriesland die Möglichkeit zu geben, „ihr“ Unternehmen bei Studierenden auch als potentieller Arbeitgeber bekannter zu machen“, erklärt Ina Bühren vom Fachbereich Wirtschaft.

Um den Einsatz der vorgenannten Methoden für die gesamte Hochschule verfügbar zu machen, wird vom Hochschulinstitut für projektorientierte Lehre (IPro-L) eine Art „Werkzeugkasten“ erstellt: Hintergrund ist die Weiterentwicklung der konzeptionellen und didaktischen Supportleistungen für die Fachbereiche, bei der Projektplanung und –durchführung sowie die bedarfs- und serviceorientierte Konzeptionierung und Umsetzung des Planspielzentrums.

„Allen Teilprojekten ist gemeinsam: Sie sollen unsere Studierenden noch besser auf die Herausforderungen in der Berufswelt vorbereiten und ihre Handlungskompetenzen noch weiter erhöhen“, so Vizepräsident Carsten Wilken. Nach der Planungsphase für HaKomPra und dessen virtueller Grundsteinlegung hätten alle Teilprojekte ihre Ziele definiert und begännen nunmehr mit der Umsetzung. Das Projekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert und läuft bis Dezember 2018.

(Redaktion)


 


 

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