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"Regionale Wirtschaft braucht Versorgungssicherheit"

IHK-Regionalausschuss Emsland diskutiert Leitungsausbau

Mit der Energiewende sollen Erneuerbare Energien zur dominierenden Energiequelle werden. Das bringt Herausforderungen für eine sichere und bezahlbare Versorgung mit sich. „Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende ist der zügige Ausbau der Energienetze“, betonte Ulrich Boll, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landkreis Emsland in der aktuellen Sitzung bei der Firma Augustin Entsorgung in Meppen.

Lars Holze-Lentas und Inga Wilken von der TenneT TSO GmbH und Dieter Picklapp von der Amprion GmbH erläuterten den Ausbaustand. „Um das Energienetz sicher betreiben zu können, sollten Stromleitungen maximal zu 60 bis 70 % ausgelastet sein. Wenn kein Leitungsausbau erfolgt, sind einzelne Netzabschnitte zu 100 % belastet“, erklärte Wilken. Wenn es dann zu Störungen komme, setze sich diese im gesamten Netzsystem fort und führe im Zweifel in ganz Europa zu Stromausfällen.

Aus diesem Grund werde das Netz in ganz Deutschland mit 380 kV-Leitungen ausgebaut. Dafür investiere TenneT in den kommenden zehn Jahren sieben bis acht und Amprion 4,5 Milliarden Euro. Das Emsland ist durch den Ausbau der Leitung Dörpen West – Niederrhein betroffen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Planfeststellung. „Uns ist wichtig, dass die Öffentlichkeit in dieser Phase intensiv eingebunden wird und Bedenken frühzeitig berücksichtigt werden“, betonten Holze-Lentas und Picklapp.

Auf der Trasse könnten Pilotvorhaben zur Erdverkabelung durchgeführt werden. So werden im Bereich Haren rund drei Kilometer unterirdisch verlegt. „Allerdings sind die Kosten für die Erdverkabelung enorm. Man rechnet mit rund zehn Millionen Euro pro Kilometer – den siebenfachen Kosten einer Freileitung“, machte Picklapp deutlich. Die Projektverantwortlichen rechnen damit, dass der Leitungsausbau im Emsland Ende 2017 abgeschlossen ist.

Von den insgesamt 20 Stromtrassen, die gemäß Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) als vordringlich eingestuft werden, verlaufen vier auf dem Gebiet der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Im mittelfristig ausgerichteten Netzentwicklungsplan sind für die Region zwei weitere Neu- bzw. Ausbautrassen von der Bundesnetzagentur bestätigt worden.

Ein weiteres Thema der Sitzung war die Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G). Wilfried Gravel von der Energieeffizienzagentur Landkreis Emsland machte deutlich, dass Unternehmen, die nicht zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gehören, künftig Energieaudits durchführen müssen. Das Energieaudit muss erstmalig bis zum 5. Dezember 2015 erfolgen und anschließend mindestens alle vier Jahre wiederholt werden.

Der Ausschuss tagte bei der Firma Augustin Entsorgung in Meppen. Die emsländische Familienunternehmen, in dritter Generation von Rolf Augustin geführt, beschäftigt derzeit 450 Mitarbeiter an acht verschiedenen Standorten. Eine konsequente Kundenorientierung, verbunden mit dem Schutz der Umwelt, ist Schwerpunkt der Unternehmensgruppe. „Wir sind derzeit in der Planung eines weiteren Standortes in Friesland, um weiter schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagieren zu können“, so Geschäftsführer Rolf Augustin.

(Redaktion)


 


 

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