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Transrapid könnte dank Brasilien noch bis Ende 2011 schweben

Trotz der jüngsten Signale von Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP), die Transrapid-Teststrecke im emsländischen Lathen mit Ablauf der Landesförderung im April 2010 nicht weiter zu unterstützen, sieht Emsland-Landrat Hermann Bröring (CDU) keinen Grund zur Resignation.

Letztendlich müssten Bodes Aussagen dahingehend relativiert werden, dass insbesondere die Brasilianer nach wie vor Interesse an der Technik bekunden, so der Landrat.

Bund will Finanzierung übernehmen

Bröring setzt daher auf den Bund: das Bundesverkehrsministerium will den Testbetrieb über das bisherige Ende im April 2010 hinaus fortführen, solange die endgültige Entscheidung über eine geplante Schnellverbindung in Brasilien nicht gefallen ist. „Solange die Brasilianer Interesse an der Technik bekunden, muss der Testbetrieb weiterlaufen“, so Bröring. Er ist zuversichtlich, dass der Bund unter Berücksichtigung des Interesses von Brasilien und anderen Ländern am Transrapid eine feste Bewährungsfrist von weiteren 1,5 Jahren einzuräumen bereit sei. In diesem Zusammenhang müsse dann auch festgelegt werden, ob und wie der Rückbau der Teststrecke durchgeführt werden soll bzw. wie das weitere Vorgehen aussehen könne.

Die am Transrapid beteiligten Unternehmen Siemens und Thyssen-Krupp sehen hingegen keine Veranlassung, die Strecke weiter zu betreiben. Sie sagen, dass die Technik bereits ausreichend erprobt und marktreif sei und setzen auf die Strecke in Shanghai.

Bröring: Landkreis könnte Rückbauverpflichtung übernehmen

„Wir müssen bis Ende Februar eine Lösung finden, den Betrieb über den April hinaus zu sichern. Eine Möglichkeit sehe ich darin, dass wir als Landkreis die Rückbauverpflichtung der Strecke übernehmen und der Bund die Kosten auf der Basis des dafür erstellten Gutachtens erstattet. Dann werden wir die Strecke solange wie erforderlich betreiben können. Das habe ich dem Bundesverkehrsministerium auch signalisiert“, sagt Bröring. Bisher ist in den Verträgen zwischen Bund und der Industrie eine Rückbauverpflichtung alleine durch den Bund geregelt. 

Transrapid-Technik in Windkraftanlagen?

Ein weiteres interessantes Einsatzfeld für Transrapid-Technik sieht der Landrat im Bereich Elektromobilität. Dort könne das Batteriesystem des Zuges womöglich als Zwischenspeicher für Windenergie zum Einsatz kommen. „Wenn das Ende der Teststrecke nicht zu vermeiden ist, müssen wir Wege finden, diese Technik in ein Innovationszentrum im Rahmen des geplanten Projekts ,Windenergie-Testfeld´ einzubinden“, so Bröring. Der Transrapid-Partner Siemens ist selbst im Windenergie-Geschäft aktiv.

Im Emsland ist weiter ein 100 Hektar großes Testfeld zur Erforschung der  Zwischenspeicherung von Windenergie vorgesehen. Zudem plant der Windanlagenbauer Enercon aus Aurich, ein Rotorblattwerk am Eurohafen Emsland zu errichten. Aufgrund des Widerstandes von Enercon- Gründer Aloys Wobben gegen das inzwischen aufgegebene Kohlekraftwerk-Projekt in Dörpen, war es zu Verzögerungen bei der Investition gekommen.

(Redaktion)


 


 

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