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Kreditrisikoprofil verschlechtert

Standard & Poor's rechnet mit Unterstützung für EnBW

Die Ratingagentur Standard & Poor's rechnet mit einer Finanzspritze des Landes Baden-Württemberg für die angeschlagene EnBW und hat das Rating des Energieversorgers EnBW mit "A-" bestätigt.

Von Matthias Jekosch

Den Ausblick hob die Agentur sogar auf "stabil" an. Damit würden die Position als drittgrößter deutscher Stromerzeuger und die zu erwartende Verbesserung der Ratingkennzahlen durch die Umsetzung eines umfassenden Maßnahmenpakets als gut bewertet, teilte die EnBW am Mittwoch in Karlsruhe mit. Allerdings sieht die Ratingagentur auch Risiken.

Standard & Poor's begründete den verbesserten Ausblick damit, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalhilfe durch das Land Baden-Württemberg erhöht habe. Das Land Baden-Württemberg hält ebenso wie die von Landkreisen gehaltenen Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) 46,5 Prozent an dem Unternehmen. Die OEW hatte bereits Hilfe zugesagt.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sich zu Hilfen des Landes bislang allerdings eher zurückhaltend geäußert. "Wir sind bei der EnBW mitten in einer Strategiedebatte. Es ist ja wohl logisch, dass man Geld erst gibt, wenn klar ist, wofür", hatte er im Oktober gesagt.

Für Kretschmann sind allerdings weitere Alternativen denkbar. "Wir werden auch schauen, ob wir andere Kooperationspartner für EnBW finden, die bereit sind, das Unternehmen mit frischem Geld voranzubringen", sagte er. Neben Stadtwerken oder regionalen Energieversorgern könnten dies auch ausländische Investoren sein.

Profitabilität wird vorerst keine historischen Höhen erreichen

Standard & Poor's geht allerdings auch von einem schlechteren Kreditrisikoprofil der EnBW aufgrund des Kernenergieausstiegs in Deutschland und geringerer Margen aus der Stromerzeugung aus. Es sei unwahrscheinlich, dass die Profitabilität über einen mittleren Zeitraum wieder historische Höhen erreiche. "Wir erwarten, dass die EnBW gewillt und in der Lage ist, mögliche Unternehmenskäufe und -verkäufe, Investitionen und Ausschüttungen an die Aktionäre so zu steuern, dass sie dem Rating entsprechen", hieß es.

Die EnBW musste in diesem Jahr unter anderem durch den beschleunigten Atomausstieg und Belastungen durch die Brennelementesteuer hohe Verluste hinnehmen. In den ersten neun Monaten 2011 wies das Unternehmen einen Fehlbetrag von 551,9 Millionen Euro aus, nach einem Gewinn von 1,25 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die EnBW reagierte unter anderem mit der Begebung einer Hybridanleihe in Höhe von 750 Millionen Euro und der Ausweitung eines Effizienzprogrammes.

(dapd )


 


 

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