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E.on rutscht tief in die roten Zahlen

Deutschlands größter Energieversorger mit erstem Jahresverlust der Firmengeschichte

Der Atomausstieg, Milliardenabschreibungen im Auslandsgeschäft und Verluste im Gashandel haben Deutschlands größtem Energieversorger E.on erstmals in der Firmengeschichte tiefrote Zahlen beschert.

Von Erich Reimann

Für 2011 musste der Energiekonzern unterm Strich einen Konzernfehlbetrag von knapp 1,9 Milliarden Euro ausweisen. Bereinigt um Fremdanteile summierte sich der Verlust für die E.on- Gesellschafter sogar auf 2,2 Milliarden Euro. Doch schon im nächsten Jahr soll es für den Konzern wieder spürbar aufwärtsgehen.

"2011 war das bisher mit Abstand schwierigste Jahr in der jungen E.on-Geschichte", sagte Konzernchef Johannes Teyssen am Mittwoch bei der Präsentation der Jahresbilanz in Düsseldorf. Allein die sofortige Stilllegung deutscher Kernkraftwerke und die Kernbrennstoffsteuer belasteten das Ergebnis mit 2,5 Milliarden Euro.

Doch hatte E.on auch an anderen Fronten zu kämpfen. In fast allen europäischen Märkten litt der Konzern unter Überkapazitäten am Strommarkt und sinkenden Preisen. Dadurch sank der Ergebnisbeitrag der Kraftwerke um rund eine Milliarde Euro. Außerdem musste der Energiegigant rund drei Milliarden Euro an Wertberichtigungen für seine Geschäfte in Süd- und Mitteleuropa vornehmen.

Und auch im einst lukrativen Gashandel erlitt der Konzern einen weiteren Ergebnisrückgang um rund 700 Millionen Euro, weil die langfristigen Lieferverträge mit Russland, Norwegen und anderen Ländern noch Preise vorsehen, die deutlich über dem aktuellen Marktpreisniveau liegen.

Durchbruch bei Gasverhandlungen

Doch ist hier Besserung in Sicht. Denn E.on machte bei der Neuverhandlung der langfristigen Gaslieferverträge in dieser Woche einen großen Schritt nach vorn und erzielte mit dem norwegischen Gasproduzenten Statoil eine Vereinbarung, die den Bezugspreis an die aktuellen Marktbedingungen anpasst. E.on bezieht etwa 25 Prozent seines Gases aus Norwegen. Der Konzern hat damit nach eigenen Angaben inzwischen für rund zwei Drittel seiner Verträge die Konditionen neu verhandelt. Allerdings steht eine Einigung mit dem russischen Staatskonzern Gazprom noch aus.

Konzernchef Teyssen geht davon aus, dass der Düsseldorfer Konzern die Talsohle durchschritten hat. "Wir sind bei der Umsetzung unserer Strategie gut vorangekommen", sagte er. Hohe Ergebniszuwächse bei den erneuerbaren Energien, im russischen Kraftwerksgeschäft und in der Gasproduktion zeigten, dass der E.on die richtigen Wachstumsfelder definiert habe.

Auch der Aufbau von Geschäftsaktivitäten außerhalb Europas komme voran. "Der geplante Einstieg in den brasilianischen Kraftwerksmarkt wird ein erster wichtiger Schritt sein, dem zügig weitere folgen sollen", sagte der Manager. In der Türkei und Indien gebe es bereits vielversprechende Gespräche.

Bereits im laufenden Jahr erwartet der Konzern wieder einen gewissen Ergebnisanstieg. Und schon 2013 werde der Konzern wieder zu einem Ergebnis kommen, "das in etwa dem Niveau vor Beginn unserer Konsolidierung entspricht", sagte Teyssen. An der Börse legte die Aktien angesichts der optimistischen Zukunftsprognosen bis zum Mittag um mehr als sechs Prozent zu.

(dapd )


 


 

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