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Indien fertigt Eurofighter ab

EADS reagiert enttäuscht auf Entscheidung zugunsten von "Rafale"-Kampfjets

Eurofighter gegen Rafale: Beim Milliardengeschäft in Indien scheitert das europäische Vier-Nationen-Kampfflugzeug und muss sich in der letzten Runde dem französischen Konkurrenten Rafale geschlagen geben. Das indische Verteidigungsministerium erteilte Frankreich am Dienstag den Zuschlag zur Modernisierung seiner Luftwaffe. Die Bestellung von insgesamt 126 Kampfflugzeugen hat einen Wert von umgerechnet rund 8,4 Milliarden Euro.

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Von André Spangenberg

Die EADS-Rüstungstochter Cassidian, die den Eurofighter in Manching nördlich von München produziert, reagierte enttäuscht. "Mit dem Eurofighter haben wir der indischen Luftwaffe das modernste Kampfflugzeug angeboten, das derzeit weltweit verfügbar ist", sagte ein Cassidian-Sprecher der Nachrichtenagentur dapd. Zwar stünden die abschließenden Verhandlungen sowie die Vertragsunterschrift in Indien noch aus, doch sei man "enttäuscht". Jetzt wolle EADS zusammen mit den europäischen Partnern und Regierungen "die Situation analysieren und bewerten".

Eurofighter hatte die Nase vorn

Um den Großauftrag hatten sich neben Eurofighter auch die USA mit gleich zwei Mustern, der F/A-18 "Super Hornet" und einer Sonderversion der F-16, beworben. Daneben waren Frankreich mit der Rafale von Dassault, Schweden mit der Saab JAS-39 Gripen sowie Russland mit der MiG-35 Fulcrum im Rennen. Zum Schluss fiel die Entscheidung allerdings nur noch zwischen dem Eurofighter und der Rafale, wobei der Eurofighter nach Einschätzung von Luftfahrtexperten "technisch die Nase vorn" hatte.

Der Zuschlag für den französischen Auftrag erfolgte nach Angaben eines indischen Regierungsbeamten aufgrund des günstigeren Angebots von Dassault. Insidern zufolge soll das Eurofighter-Angebot um insgesamt nur fünf Millionen US-Dollar über der französischen Offerte gelegen haben. Diese Zahl wollte der Cassidian-Sprecher nicht kommentieren. Man werde die Entscheidung des indischen Verteidigungsministerium "respektieren", sagte er lediglich.

Frankreich hatte in der Vergangenheit auf dem Subkontinent massiv für seinen Kampfjet geworben. Indien, das mit rund 700 Kampfflugzeugen über die viertgrößte Luftwaffe der Welt nach USA, Russland und China verfügt, wird dabei eine Nähe zu französischen Kampfflugzeugen wie der Mirage nachgesagt.

Frankreich hatte sich 1985 aus dem Projekt eines gemeinsamen europäischen Jagdflugzeugs verabschiedet und die Rafale - französisch für Windstoß - im Alleingang entwickelt. Der Eurofighter wird von Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien hergestellt.

Indien modernisiert viertgrößte Luftwaffe der Welt

Bis spätestens 2015 will die indische Luftwaffe die alten Kampfjets russischer Bauart durch die neuen Flugzeuge ersetzen. Dabei strebt die indische Regierung den Aufbau eigener Ingenieurkapazitäten an und will massiv Arbeitsplätze schaffen. So war die Angebotsanfrage auch an eine Lizenzfertigung mit eigener Endmontage für das Flugzeug sowie einen Technologietransfer gekoppelt. Prognosen besagen, dass der Milliardendeal 20.000 Arbeitsplätze in Indien und etwa 100 hoch spezialisierte Zulieferer im Land schaffen könnte.

Vorgesehen ist nun, dass Frankreich 18 Kampfflugzeuge in den kommenden drei Jahren liefert. Die restlichen 108 Jets sollen später in der staatseigenen Hindustan Aeronautics hergestellt werden. Dazu wurde den Angaben zufolge ein Technologietransfer vereinbart. Bei dem Kauf des französischen Konkurrenzprodukts handelt es sich um den ersten Auslandsauftrag für die französische Rafale.

(dapd )


 


 

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