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Toter Gastronom

Ermittler nennen weitere Hintergründe nach Bluttat auf Norderney

Die Staatsanwaltschaft Aurich gab am Montag weitere Hintergründe zum Tötungsdelikt auf der Insel Norderney bekannt.

Am Dienstag, vor einer Woche (12.1.2010), hatten spielende Kinder gegen 15.05 Uhr im sog. "Ruppertsburger Wäldchen" zunächst eine männliche Leiche gefunden.

Die daraufhin verständigten Beamten der Polizeistation Norderney stellten am Fundort fest, dass die bis dahin unbekannte männliche Person aufgrund der Fundsituation und der an dem Körper erkennbaren Verletzungen mit großer Wahrscheinlichkeit Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war.

Der Zentrale Kriminaldienst der Polizei im ostfriesischen Aurich wurde im Folgenden auf die Insel gerufen. Die Beamten der Polizeistation Norderney hatten zwischenzeitlich den Fundort weiträumig abgesperrt, die ersten Zeugen festgestellt und befragt sowie die Freiwillige Feuerwehr Norderney um technische Unterstützung bei der Sicherung des Tatorts und der Ausleuchtung gebeten.

Die Beamten vom Festland trafen am selben Tag gegen 19:00 Uhr mit umfangreicher Ausrüstung auf einem Boot der Wasserschutzpolizei ein. Die Feuerwehr hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Lichtmasten aufgebaut, einen Generator in Betrieb genommen und empfing die Beamten mit einem bereitgestellten Fahrzeug für die wettersichere Tatortarbeit.

Dann begann nach Angaben der Ermittler die Arbeit der Spurensicherung. Aufgrund der Lage der Leiche und der Schwere der Verletzungen am Kopf konnten auch die Polizeibeamten und Feuerwehrleute aus Norderney den Toten zunächst
nicht einmal selbst identifizieren.

Noch in der Nacht wurde der Leichnam dann mit dem Boot der Wasserschutzpolizei zum Festland transportiert. Von Norddeich erfolgte die Überführung zum Rechtsmedizinischen Institut in Oldenburg. Noch in der Nacht zum Mittwoch wurde die Obduktion vorgenommen. Danach stand sicher fest, dass der Mann gewaltsam zu Todes gekommen war. Todesursächlich waren nach den Feststellungen der Rechtsmediziner Schläge und Tritte.

In der Bekleidung aufgefundene Schriftstücke gaben zudem erste Hinweise auf die Identität des Toten. Ermittlungen auf Norderney bestätigten später dessen Identität. Bei dem Opfer handelt es sich demnach um einen 69 Jahre alten Mann, der als Geschäftsführer in der Gastrononie auf der Insel tätig war.

Bei den Ermittlungen im Umfeld des Opfers ergaben sich im weiteren Verlauf erste Hinweise auf zwei Junge Männer, die am Tag des Leichenfundes die Insel mit der Fähre verlassen hatten. Die Beamten der Polizeistation Norderney konnten den Ermittlern aus Aurich demnach wertvolle Informationen zur Identität der jungen Männer, deren Beziehung zum Opfer und auch zu Straftaten geben, die von diesen jungen Männern im Verlaufe des vorigen Jahres auf der Insel verübt wurden.Hinweise aus der Bevölkerung und Aussagen von Zeugen bestärkten dann nach Aussage der Auricher Strafverfolger den Verdacht gegen diese Männer, sodass in der Folgezeit gezielt nach ihnen gefahndet wurde.

Am Morgen des Freitag, 15. Januar 2010, konnten die Ermittler dann den Aufenthaltsort der Gesuchten in Südbrookmerland-Victorbur (Landkreis Aurich) ermitteln. Um kurz nach 8.00 Uhr wurden die Tatverdächtigen in dieser Wohnung angetroffen und festgenommen. Bei den anschließenden Vernehmungen gab einer der Festgenommenen gegenüber der Polizei seine Beteiligung an der Gewalttat zu, der zweite Mann beruft sich weiter auf einen "Filmriss" und will sich an die Geschehnisse des Abends nicht mehr erinnern können. Die genauen Motive für die Tat sind nach Angaben der Auricher Ermittler immer noch unklar.

Beide Tatverdächtigen sind nach Angaben der Ermittler nicht auf Norderney geboren oder aufgewachsen. Sie stammen aus Bremen und Brandenburg und sind nach Polizeiangaben vor etwa zwei, bzw. eineinhalb Jahren auf die Insel gekommen, um dort in der Gastronomie zu arbeiten. Sie wohnten danach – je nach Beschäftigungsstelle – in wechselnden Unterkünften. Während ihres Aufenthaltes auf Norderney hatten beide bereits mehrere Straftaten verübt, darunter nach Angaben der Polizei überwiegend Körperverletzungen. Im September 2009 waren sie deshalb vom Amtsgericht Norden zu einer Freiheitsstrafe bzw. zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Beide Strafen wurden damals zur Bewährung ausgesetzt.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aurich wurden die beiden Festgenommenen am vergangenen Samstag, den 16. Januar, der Haftrichterin beim Amtsgericht in Aurich vorgeführt. Gegen beide Beschuldigte wurde ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. Sowohl Polizei wie auch die Staatsanwaltschaft Aurich bedankten sich am Montag auch nochmal ausdrücklich bei allen Helfern von Polizei, Feuerwehr und sonstigen Zeugen, die zur schnellen Ergreifung der Tatverdächtigen beigetragen haben.


(Redaktion)


 


 

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