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Export ins Ausland

Außenhandelskammern sollen Ernährungswirtschaft unterstützen

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) haben kürzlich gemeinsam ein Initiative ins Leben gerufen mit dem die deutsche Ernährungswirtschaft bei Exportaktivitäten in andere Länder unterstützt werden soll.

Die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) sollen dabei die Betreuung und Beratung deutscher Unternehmen aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft auf ausgewählten Auslandsmärkten (Brasilien/Mercosur, China, Italien, Japan, Nordamerika, Österreich/Mittelosteuropa und Russland) übernehmen. Das BMELV unterstützt das Projekt eigenen Angaben zufolge durch eine Anschubfinanzierung in Höhe von bis zu 2 Millionen Euro über eine Laufzeit von rund zwei Jahren. 

Interessenverbände: ehemalige CMA-Mitarbeiter ins Boot holen

Nach dem Ende der abgabenfinanzierten zentralen Absatzförderung durch die bis dahin höchst erfolgreiche Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts im Februar 2009, ist eine riesige Lücke bei der Vermarktung von Agrarprodukten im In- und Ausland entstanden, die der Bund nun zu schließen versucht.

Interessenverbände der Ernährungsindustrie fordern bereits die Reaktivierung der ehemaligen CMA-Auslandsmitarbeiter, da sie über umfangreiche Erfahrungen und Netzwerke für die Unterstützung der Auslandsaktivitäten der deutschen Ernährungsindustrie verfügen.

Die CMA war aufgelöst worden, weil ein Geflügelbauer aus Baden-Württemberg gegen die Zwangsabgabe an den Absatzfonds der Landwirtschaft geklagt hatte. Er bekam in Karlsruhe Recht. Aufgrund der nicht mehr gesicherten Einnahmegrundlage, beschloss die Gesellschafterversammlung kurz nach dem Urteil die Liquidation der CMA. Seitdem gibt es nun zwar keine ungeliebte Zwangsabgabe mehr, dafür aber auch keine Absatzförderung für die Agrarwirtschaft und infolgedessen keine Verbindungsleute und Messeauftritte mehr.

Absatzförderung auf EU-Ebene fehlt

Kenner aus der Branche geben zu bedenken, dass die Absatzförderung für ferne Länder wie China und Brasilien richtig gewählt sei, weil es sich um durchaus interessante Märkte handelt. Kopfzerbrechen sollte den Verantwortlichen in Berlin aber bereiten, dass 84% der deutschen Lebensmittelexporte  in der EU abgesetzt werden. Die Absatzförderung für Italien wäre damit immerhin schonmal sowas wie ein Anfang.

Aber eine Zwangsabgabe für die Ernährungswirtschaft will sich offenbar – auch die Bundesregierung unter Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) nicht auferlegen lassen. Bis die Frage der Kostenübernahme irgendwann einmal geklärt ist, bleibt "Das Beste vom Bauern" (ehemaliger CMA-Slogan) bis auf Weiteres ein Geheimnis Chinas und Brasiliens, an dem aus der EU allenfalls Italien teilhaben darf.

(Redaktion)


 


 

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