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Erneuerbare Energien

Mut und Kostensteigerungen in der Nordsee

Wie gewonnen, so zerronnen - was die Verbraucher derzeit bei ihrem Lebensmittelkauf einsparen können, müssen sie auf der anderen Seite für gestiegene Energiekosten wieder ausgeben. Nach und nach haben die Konzerne ihre Preise für Strom erhöht.

Nun kündigt der Düsseldorfer Energiekonzern Eon für den Mai höhere Kosten an. Die Begründung des Versorgers ist geschickt gewählt: Danach ist die Förderung der erneuerbaren Energien ein Hauptgrund für den Preisanstieg. Wer hat schon etwas gegen den Aufbau von Windkraft- oder Solaranlagen? Genau das fördert schließlich auch die Bundesregierung mit ihrem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Die Konzerne erhalten durch die EEG-Umlage einen Zuschuss. Hier liegt der Knackpunkt: Die Anlagen zur Produktion von erneuerbaren Energien kosten offenbar mehr Geld als kalkuliert.

Energieversorger: Preis darf nicht wichtigstes Kriterium sein

Eon ist beispielsweise am Windpark "Alpha Ventus" in der Nordsee beteiligt. Dort schossen die Kosten für die anspruchsvolle Errichtung des Offshore-Windparks um rund 70 Mio. Euro in die Höhe. Die Konzerne geben nun die zusätzlichen Ausgaben an ihre Kunden weiter. Der Kunde zahlt deshalb womöglich kurzfristig drauf, aber langfristig macht er damit auch einige Atomkraftwerke überflüssig. Am Ende bleibt dem Kunden aber der Vergleich zwischen den Energieanbietern.

Nicht nur der Preis allein sollte aber bei der Wahl des Energieversorgers entscheidend sein, sondern auch das Engagement für erneuerbare Energien. Schließlich kann heute dank Marktliberalisierung jeder selbsternannte Energieanbieter billigen Strom aus in die Jahre gekommenen Atomkraftwerken zukaufen und billig an Kunden weiterverkaufen. Mit so einem Anbieter spart man allerdings  an der falschen Stelle und setzt auch gegenüber den im Bereich erneuerbare Energien aktiven Energiekonzernen ein fatales Zeichen. Fliehende Kunden: für Konzerne ein Motivationskiller. 

Pionierprojekt mit Kostensteigerungen

Energiekonzerne müssen daher noch transparenter machen, ob sie sich zum billigen Stromanbieter entwickeln, der nur kleine Windparks mit unbedeutender Leistung betreibt, oder den Anteil von Strom aus Wind und Sonne in ihrem Strommix tatsächlich erhöhen wollen. Kunden sollten sich dabei nicht nur auf Plakate der unterschiedlichen Energieversorger verlassen, sonder auch auf Taten. Das Offshore-Projekt "Alpha Ventus" ist schon einmal ein Beweis, dass man es überhaupt ernst meint. An der Betreibergesellschaft Deutschen Offshore Testfeld- und Infrastruktur GmbH & Co. KG (DOTI) sind die Unternehmen EWE AG (47,5 %), Eon Climate & Renewables GmbH und Vattenfall Europe New Energy GmbH (je 26,25 %) beteiligt. Für das Projekt ist eine dreistellige Millioneninvestition notwendig gwesen. Das erfordert Mut, kann aber auch zu unvorhergesehenen Kostensteigerungen führen.

(Redaktion / ots / Westfalen-Blatt)


 


 

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