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Nasses Wetter

Landwirte beklagen Ertragsausfälle und Verzögerungen bei der Ernte

Wegen des ungewöhnlich nassen Sommers können die Landwirte vielerorts in Deutschland das reife Getreide nicht ernten. Insbesondere im Osten und Nordosten seien viele Felder durch die starken Regenfälle nicht befahrbar, teilte der Deutsche Bauernverband am Mittwoch in Berlin mit. Zudem sind die bereits abgeernteten Getreidesorten laut Erntebericht häufig noch viel zu feucht, um sie einlagern zu können. Einzig der Mais habe vom Regen profitiert.

Von Annika Schulze

Bei der bereits bis auf wenige Restflächen abgeernteten Wintergerste verzeichneten die Bauern dem Bericht zufolge in den östlichen Bundesländern sowie im Südwesten bis zu 50 Prozent geringere Erträge als im Vorjahr. In den übrigen Regionen gingen die Erträge um 10 bis 15 Prozent zurück. Die Anbaufläche sank um gut acht Prozent auf 1,19 Millionen Hektar.

Örtlich mehr als 50 Prozent Ertragsverlust

Auch bei Sommergerste und Roggen rechnet der Bauernverband mit teils deutlichen Ertragsrückgängen. Diese könnten bei der Sommergerste 20 Prozent erreichen, beim Roggen örtlich sogar mehr als 50 Prozent. Grund hierfür sei allerdings nicht der Regen, sondern die große Trockenheit im Frühjahr gewesen, hieß es.

Eine Einschätzung über Qualität und Ertrag des Winterweizens gibt der Bericht nicht ab. Zwar habe die Ernte vor allem im Süden bereits begonnen, im Norden verzögerten aber die intensiven Niederschläge den Reifeprozess des Getreides.

Insgesamt sei das Erntejahr sehr schwierig gewesen, sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. Der Herbst sei sehr nass gewesen, der Winter wechselhaft, das Frühjahr zu trocken, und nun komme noch der nasse Sommer hinzu. "Aber wir müssen mit der Natur umgehen", fügte Sonnleitner hinzu.

Feuchtes Getreide verursacht hohe Kosten

Auf den Rapsfeldern verläuft die Ernte ebenfalls schleppend. Die Einbußen durch das feuchte Wetter liegen laut Bauernverband zwischen 15 und 30 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern könne auf den nassen Feldern derzeit überhaupt nicht geerntet werden.

Neben den schlechten Erträgen haben die Landwirte auch unter zusätzlichen Kosten zu leiden. Da geerntetes Getreide zur Lagerung nur eine Feuchtigkeit von 14,5 Prozent aufweisen darf, entstünden den Landwirten erhebliche Trocknungskosten.

Günstig wirkte sich der ergiebige Regen nur auf den Anbau von Mais und Zuckerrüben aus. In Kombination mit den erwarteten höheren Temperaturen bilde der Niederschlag gute Entwicklungsbedingungen, hieß es.

(dapd )


 


 

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