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RWE-Erdgaskraftwerk

Erster Spatenstich für neue Turbinen in Lingen gesetzt

Vier neue Gasturbinen erhält das bestehende Gaskraftwerk von RWE Power in Lingen (Emsland). Den berühmten "ersten Spatenstich" für das 200-Millionen-Euro-Vorhaben setzte auf dem Kraftwerksareal vor wenigen Tagen eine Runde aus emsländischer Politik, der Energiewirtschaft, von Gewerkschaften und der Industrie. Mit von der Partie: Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP).

Bis 2011 sollen die beiden vorhandenen, 35 Jahre alten Gasturbinen durch vier leistungsstarke neue Modelle ersetzt werden. Bei gleicher Stromproduktion reduziert sich der CO2-Ausstoß des Kraftwerks nach RWE-Angaben um 45.000 Tonnen jährlich, was den Emissionen von 20.000 Mittelklasse-Fahrzeugen entspräche. Im November sollen die Bauarbeiten beginnen; die für die Baumaßnahme notwendigen Genehmigungen liegen bereits vor, teilt RWE mit. Womöglich ein Wink in Richtung möglicher Gegner. Vor Gericht kämpft der Eon-Konzern nämlich derzeit um die Baugenehmigung für seinen Kraftwerksstandort Datteln in NRW. Dort wurde teilweise ein Baustopp verhängt.

"Für eine zukunftsfähige und energieeffiziente Energieversorgung brauchen wir die Verbesserung der Wirkungsgrade der Kraftwerke. Das neue Gas- und Dampfkraftwerk der RWE hier in Lingen wird einen rekordverdächtigen Wirkungsgrad von über 59 Prozent erreichen." (Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander)

Sander: Lingen bedeutender Kraftwerksstandort

Vor Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unterstrich Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) die Bedeutung des Projekts. „Lingen ist für Niedersachsen – und ich denke auch für den RWE-Konzern – ein äußerst bedeutender Kraftwerksstandort“, erklärte Sander. „Durch die Investitionen in das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk und die jetzt bevorstehende Erweiterung des Gaskraftwerks wird diese Position noch weiter gefestigt. Für eine zukunftsfähige und energieeffiziente Energieversorgung brauchen wir die Verbesserung der Wirkungsgrade der Kraftwerke. Das neue Gas- und Dampfkraftwerk der RWE hier in Lingen wird einen rekordverdächtigen Wirkungsgrad von über 59 Prozent erreichen, das begrüße ich sehr. Denn aus energie- und klimapolitischer Sicht hat Niedersachsen größtes Interesse an Neubauten und technischen Verbesserungen bestehender Kraftwerke, wie sie hier stattfinden.“

„Wir sind stolz darauf, hier im Emsland einen der größten und effizientesten Stromerzeugungsstandorte Deutschlands zu haben. Mit den neuen Turbinen zählt das Gaskraftwerk zu den modernsten seiner Art." (Emsland-Landrat Hermann Bröring)

Bröring und Pott begrüßen Investitionen

„Wir sind stolz darauf, hier im Emsland einen der größten und effizientesten Stromerzeugungsstandorte Deutschlands zu haben. Mit den neuen Turbinen zählt das Gaskraftwerk zu den modernsten seiner Art“, betonte Emsland-Landrat Hermann Bröring(CDU). Lingens Oberbürgermeister Heiner Pott (CDU) sieht in der Investition wiederum positive Signale für seine Stadt: „Diese Maßnahme wird den Industriestandort Lingen weiter sichern und die damit verbundenen Arbeitsplätze auf lange Sicht erhalten. Das gibt unserer Stadt einen wichtigen Impuls als Wirtschaftszentrum im Emsland“, betonte Pott.

Lingen: künftig 3.200 Megawatt Leistung

RWE Power-Chef Dr. Johannes Lambertz unterstrich, dass auch in Zukunft ein breiter Energiemix die beste Voraussetzung für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung ist. „Unser modernisiertes Gaskraftwerk und die neue GuD-Anlage werden ein wichtiger Bestandteil in unserem Kraftwerksportfolio sein“, so Lambertz. „Gemeinsam mit dem Kernkraftwerk Emsland wird der Kraftwerksstandort Lingen über eine Leistung von 3.200 Megawatt verfügen. Mit dieser Leistung können rund sechs Millionen Haushalte zuverlässig mit Strom versorgt werden.“

Gaskraftwerke gleichen Stromlücken aus

Gaskraftwerke sind die Sprinter der Stromerzeugung. Sie können immer dann eingesetzt werden, wenn andere Anlagen kurzfristig ausfallen oder Schwankungen im Stromnetz, etwa durch Windenergie, ausgeglichen werden müssen. Die strategisch günstige Lage des Emslands bietet dabei nach RWE-Angaben beste Bedingungen. Auch das sei ein wichtiger Aspekt für die erneute Investition von RWE Power in der Region gewesen, heißt es aus dem Konzern. 

Region soll von Aufträgen profitieren

Bei den Auftragsvergaben für das neue Vorhaben sollen Unternehmen aus der Region beteiligt werden, erklärt RWE. Dabei gelte die Regel: Bei gleichwertigen Angeboten würden heimische Firmen bevorzugt berücksichtigt. Rund 20 Millionen Euro des Investitionsvolumens sollen so voraussichtlich im Umland verbleiben. Jährlich vergebe der Kraftwerksstandort Lingen aber bereits ohnehin ein Auftragsvolumen von über zehn Millionen Euro in die Region, betont man beim Energieversorger die Bedeutung der RWE-Standorte für Handwerk und Dienstleister im Umland. Insgesamt beschäftigt der Energieriese (Eigenwerbung) mehr als 500 Mitarbeiter in Lingen, hinzu kommen weitere 300 bei Fremdfirmen, die täglich vor Ort sind.

(Redaktion)


 


 

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