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Verkäufe bei der Commerzbak geplant

Rote Karte für Tochter Eurohypo

Aus dem Wolkenkratzer der Commerzbank in Frankfurt kommen zurzeit keine guten Nachrichten. Sie hat im dritten Quartal auf griechische Anleihen die stolze Summe von fast 800 Millionen Euro abgeschrieben. Netto steht sie mit einem drastischen Minus von fast 700 Millionen Euro da - mehr als erwartet. Weitere Abschreibungen sind wahrscheinlich. Das zeigte der am Freitag veröffentliche Geschäftsbericht.

Von Roman Keßler

Vorstandsvorsitzender Martin Blessing überließ es Finanzvorstand Eric Strutz, die schlechten Nachrichten zu überbringen. Strutz erklärte Journalisten, was Deutschlands zweitgrößte Bank nun tun will: Anteile versilbern, an der Verwaltung sparen und die Eschborner Tochter Eurohypo eindampfen. Jobs stünden jedoch nicht auf dem Spiel, versprach Strutz. Wie es aber im nächsten Jahr weitergeht, sei derzeit nicht zusagen. Die Prognose, im nächsten Jahr wenigstens vor Steuern und Zinsen schwarze Zahlen zu schreiben zog er zurück.

Zurzeit keine Entlassungen geplant

Sorgen macht der Commerzbank besonders ihr Immobilien- und Staatsfinanzierer Eurohypo. Eurohypo wirbt auf ihrer Webseite als "Qualitätsanbieter" ein "verlässlicher Partner" mit besonderen "Marktkenntnissen" zu sein. Doch die Eschborner erhielten jetzt die rote Karte. Ab sofort bis Mitte kommenden Jahres dürfen sie keine neuen Kredite vergeben. Es werde deshalb aber keine Bauruinen geben, versprach Strutz. Anschlussfinanzierungen sind noch erlaubt, wenn auch die Hürde höher liegen werde.

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtete außerdem, dass die Eurohypo nun zerschlagen werden solle. Nach dem Motto "die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen" sollen besonders Auslandsrisiken in eine interne Abteilung verschoben werden. Diese Einheit soll sich dann ausschließlich um den Abbau der Positionen kümmern. Das wäre eine Art Schrottbank in der Bank. Strutz wollte das aber nicht kommentieren. In jedem Fall muss die Commerzbank bei den Eurohypo-Risiken etwas tun, schon allein, um den neuen Kapitalvorschriften für Banken gerecht zu werden.

Plant die Eurohypo eine Schrottbank?

Außerdem kündigte die Commerzbank an, Finanzbeteiligungen zu versilbern. Die beliebte deutsche Direktbank Comdirect und die erfolgreich polnischen BRE Bank gehörten zum Kerngeschäft , sagte Strutz. Die ukrainische Beteiligung Bank Forum, mit immerhin 190 Filialen, sei aber weit weg vom Kern. Ein Verkauf ist somit nicht ausgeschlossen.

Eine schlankere Commerzbank wäre wahrscheinlich profitabel gewesen. Immerhin hat die sogenannte Kernbank, also das Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft, ein Plus von 850 Millionen Euro erwirtschaftet. Zwischen Januar und Ende September hat sie fast drei Milliarden Euro verdient. Trotzdem braucht die Commerzbank Geld.

Sie sieht noch einen Kapitalbedarf von 2,9 Milliarden Euro. Den will die Bank diesmal ohne Staatshilfen decken. Die Auslagen des Staates für die Commerzbank werden außerdem zurück bezahlt. Doch werden die Deutschen noch auf absehbare Zeit an der Bank beteiligt sein.

(dapd )


 


 

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