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Commerzbank prüft angeblich Aufspaltung

Der Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Martin Blessing setzt angeblich zu einem Befreiungsschlag an. Er will die Balance zwischen den vielen schlechten Krediten, die seine Bank vergeben hat, und dem Kapital der Commerzbank-Aktionäre wiederherstellen, erfuhr die Nachrichtenagentur dapd am Dienstag aus Unternehmenskreisen. Dafür lasse Blessing nun die Aufspaltung der Problem-Tochter Eurohypo prüfen.

Von Roman Keßler

Für die Eurohypo, die sich unter anderem an griechischen Staatsanleihen verhoben hatte, werde das Prinzip "die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen" geprüft, hieß es: Das bedeutet, alle faulen Kredite sollen ausgelagert, alle guten Kredite behalten werden. In der Folge könnte der Teil der Eschborner Eurohypo verkauft werden, der am Markt noch Geld bringt.

Steuerzahler könnten wieder mal zahlen

Die faulen Kredite soll ausgerechnet der wichtigste Commerzbank Aktionär übernehmen: der deutsche Steuerzahler, der bereits mit 25 Prozent und einer Aktie an Deutschlands zweitgrößter Bank beteiligt ist. Das sei die einzige Lösung, denn "der schmutzige Rest ist im Moment einfach unverkäuflich", sagte eine Person aus dem Umfeld des Unternehmens mit Hinweis auf die Unsicherheit durch die Bankenkrise .

Der Verkauf der defizitären Eurohypo würde die Bilanz der Commerzbank stark entlasten. Es wäre ohne die faulen Kredite auch leichter, bis Mitte 2012 die von der EU geforderte Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen. Bis Ende 2014 muss Blessing die Tochter ohnehin abstoßen, um Auflagen der EU für die Hilfen während der Finanzkrise zu erfüllen.

Es könnte allerdings noch etwas dauern, bis dieser Plan in die Tat umgesetzt wird. Auf einer für Freitag angesetzten Aufsichtsratssitzung der Commerzbank soll es zunächst um Personalfragen gehen. Eine Woche später kommt der Aufsichtsrat der Eurohypo zusammen.

Für das Bundesfinanzministerium sei der Plan wohl ein Angebot, das es nicht ablehnen könne, heißt es im Umfeld der Eurohypo. Immerhin brauche die Commerzbank in ihrer gegenwärtigen Aufstellung noch rund drei bis fünf Milliarden Euro an Kapital. Ohne die faulen Kredite der Eurohypo auf den Büchern wäre das weit weniger. Weder das Bundesfinanzministerium noch die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung wollten sich zu den Plänen äußern. Auch die Pressestelle der Commerzbank schwieg.

(dapd )


 


 

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